Links 20.07.2014

Meine Perspektive aufs Kinder-Kriegen und -Haben

Das Kollektiv von Der k_eine Unterschied hat da einen interessanten Text über Perspektiven aufs Kinderkriegen rausgebracht. Das triggerte meine eigenen Gedanken zu dem Thema.

Ich bin kinderlos, alleinstehend und – derzeit – arm. Ich will keine Kinder. Und zwar weil die Bedingungen, unter denen ich eigene Kinder überhaupt als Möglichkeit in Betracht ziehen würde, nie in meinem Leben erfüllt waren und nach wie vor nicht sind.

Als Lesbe werde ich nicht „zufällig“ schwanger. Da müßte ich schon richtig Entschlossenheit und Energie investieren. Über das Wie denke ich gar nicht erst nach, solange die Umstände für mich nicht tolerabel sind.

Um meine Bedingungen zu erklären – unter denen ich überhaupt erst anfangen würde, ernsthaft darüber nachzudenken, ob ich eigene Kinder will – , muß ich ein wenig ausholen. weiterlesen »

Nachlese: Christopher Street Day Freiburg

Ich war letztes Wochenende auf der Freiburger Christopher Street Day-Demonstration.

Vorm Stadttheater

Leider war mein Vergnügen durch zwei Dinge etwas getrübt: Gesundheitsfoo und die gehörstrapazierende Lautstärke der Musikwagen. Letztere hat mich dann schließlich auch nach etwa der Hälfte der Paradenstrecke zum Gehen bewogen – es wurde mir physisch unangenehm, und da der Abstand zwischen den Musikwagen nicht besonders groß war, war es auch nirgends im Zug nennenswert leiser.

Ich habe auch einige Fotos gemacht.

Angenehm fand ich, daß dieser CSD zu den politischeren zählt, die ich erlebt habe; daß die „schwullesbische Weihnachtsgeschichte“ aka die Geschichte der Stonewall-Unruhen erwähnt wurde. Alles in allem war es ein schöner Tag.

Links 13.07.2014

Hermannsdenkmäler, Nationalismus, Rundballtreterei

Mir spülte es nach dem Halbfinalspiel der Männerfußball-WM so ein Bildchen in die FB-Timeline, wo die Jesus-Statue über Rio de Janeiro durch das Hermannsdenkmal ersetzt wird. Warum es mir da spontan den Magen zusammenzog, kann eins sich denken, wenn eins mal kurz die Rezeption der Arminius-Geschichte im 19. Jh. anschaut.

Das ist das Denkmal, eine Kolossalstatue, die südwestlich von Detmold im Teutoburger Wald steht:

Hermannsdenkmal 1900.jpg

Hermannsdenkmal 1900“ von Unbekannt – Library of Congress, Prints and Photographs Division, Photochrom Prints Collection, reproduction number LC-DIG-ppmsca-00656. Title from the Detroit Publishing Co., catalogue J–foreign section. Detroit, Mich. : Detroit Photographic Company, 1905. Print no. “6123″. Forms part of: Views of Germany in the Photochrom print collection.. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Arminius wurde damals als eine Figur der „nationalen Einheit“ in Anspruch genommen – im Kontext eines Nationalismus, der sich gegen andere Nationen, vor allem gegen Frankreich, richtete. Diese Statue ist zugleich ein Musterbeispiel der Inanspruchnahme von vorchristlicher Geschichte Europas für aggressiven Nationalismus und für den Germanenmythos, der heute als Grundlage eines rechten politischen Weltbildes dient.

Zur Info: Arminius war derjenige Cheruskerfürst, unter dessen Kommando im Jahr 9 n.Chr. germanische Stämme im Teutoburger Wald drei römische Legionen in der sog. Varusschlacht vernichtend schlugen.

Info Nr. 2: Germanische Stammesgesellschaften kannten keine „Nation“, und ihre Fürsten hatten nicht die autoritäre Herrscherfunktion, die das 19. Jh. ihnen zuschrieb. Und überhaupt: Germanische Stämme ≠ Deutsche. (Ich schreibe „germanische Stämme“, weil „Germanen“ eine Fremd- und Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Stämmen ist.) So einfach ist das.