Blogschau: Handarbeit, gender, Häuslichkeit

Ich schreibe dies hier als kleine Materialsammlung für eine Session, die ich beim Gendercamp gerne halten möchte. Mein Fokus liegt zwar auf Crafting/Textilien herstellen (Stricken/Nähen), aber auch auf andere der weiblichen Sphäre zugeschriebene Dinge und Blog-Themen (z.B. Kochen oder Wohnungsdekoration) trifft vieles davon zu. Hm, und jetzt stelle ich fest, die Debatte ist doch gar nicht so ausführlich, wie ich sie im Gedächtnis hatte – aber es hängt ja auch noch die Blog-Relevanz-Debatte dran, nämlich: welche Blogs werden öffentlich wahrgenommen und für relevant erachtet? Doch meistens die männlich konnotierten und dominierten News-, Technik- und Politikblogs. (Anschauungsmaterial: die letzte Ausgabe der Deutschen Blogcharts). “Strickblogs” rangieren jedenfalls in der Bewertung, die ich auf Arbeit mitbekomme (im SEO-Bereich), kurz vor “Katzencontent”.

Der Anfang der Debatte: Gender matters?! von Catherine äußert Unbehagen an der allzu positiven Weiblichkeit, am allzu unkritischen Reproduzieren von Weiblichkeitsbildern, die mit Häuslichkeit und Sich-Einrichten in den bestehenden Zuständen zu tun haben:

Und warum muss ich jetzt darüber bloggen? Weil ich selbst seit einer Weile ein ziemliches inneres Dilemma verspüre, was mit weiblicher Präsenz im Netz zu tun hat. Denn auch wir produzieren ja mediale Geschlechterbilder. Und da sehe ich im Moment einen Trend zu einer Art neuen Häuslichkeitskultur, die sich professionalisiert. Und das finde ich an manchen Stellen schwierig.

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Goth/Lesbe II: Feminitäten, Subkulturen und Bi-Feindlichkeit

tl;dr: Auch in der lesb-bi-schwul-gothic-Schnittmenge war nicht alles flauschig.

Im ersten Teil dieser Serie habe ich über die Erfahrung, zu mehreren “Randgruppen” zugleich zu gehören, geschrieben, und wie mir Selbstbezeichnungen und gemeinsame Erfahrungen mir halfen, damit umzugehen.

Es gibt noch ein paar andere Dinge, die ich als Goth-Lesbe erfahren habe und von denen ich erzählen will. Drehte sich der erste Teil um die Einsamkeit und den Ausweg in die Gemeinschaft, so habe ich für diesen Teil ein paar Erlebnisse aufgehoben, wo ich mit dieser Gemeinschaft quer lag und wo es im Getriebe knirschte.

“Schwarz geworden” bin ich erst 1998: damals habe ich ganz unverhofft Gothic für mich entdeckt. War ich eigentlich in der Hoffnung auf die große, Berichten zufolge tolle Frauenszene hergezogen, so stürzte ich mich im ersten Semester mit vollem Engagement kopfüber ins Studium und ins literarische Leben, dann in die schwarze Szene – und dann erst traf mich der Schock, was für ein wenig freundlicher Ort die Lesbenszene für feminine Frauen war, mit voller Wucht. Schock, das Gefühl von Nichtexistenz (Tania Krings beschreibt es recht eindrücklich in ihrem Beitrag zu “Femme!”) und das Gefühl von Fremdheit und Einsamkeit stürzten mich in eine Krise, aus der ich mich erst nach und nach befreite, als ich, wie beschrieben, die Erfahrung gemacht hatte, daß es anderen genauso ging. weiterlesen »

Zwei neue Songs

Ich habe im letzten Post erwähnt, daß eins von meinen noch nicht aufgenommenen FAWM-Liedern endlich fertig ist. Gestern abend habe ich mich mal auf den Hosenboden gesetzt und das unperfekte Demo ganz roh zusammengehauen:

Es sind noch ein, zwei Verspieler drin, und die Gesangsstimme kann auch sauberer. Mit dem Arrangement könnte ich noch so viel machen, z.B. Klavier und Streicher dazu… aber das ist für die Zeiten, wenn ich mal echt Zeit zum Aufnehmen und perfektionistisch sein habe.
Ich widme dieses Lied allen Leuten, die Wissenschafts-Publicity betreiben und Laien wie mich immer wieder zum Staunen bringen über dieses tolle Ding namens Universum, in dem wir leben. weiterlesen »

FAWM Blogging, der Nachtrag: Keepers.

Ich hatte ja versprochen, einen Rückblick zum FAWM zu machen, und das (wie üblich) verprokrastiniert. Der ausführliche Rückblick muß auch noch ein wenig warten (da habe ich was Besonderes vor), aber hier sind schon mal ein paar Lieder, die versprechen, “keepers” zu werden:

  • Wiedersehn (zu singen gemeinsam mit sangesfreudigen Freund_innen)
  • Olive Oil and Worcestershire
  • Shell (bei dieser schnell hingeworfenen Skizze hätte ich mein “will ich behalten” nicht erwartet)
  • Astronomical Romance – ein (zu dem Zeitpunkt, da ich diesen Artikel schreibe) zwar als Demo aufgenommenes, aber noch nicht gemastertes Stück. Das ist bisher ein Arbeitstitel, das Stück hieß zuerst “Eyes on the Skies”, ich will aber keine Risiken eingehen, weil es eine Dokumentation gleichen Titels gibt und ich Copyright-Probleme möglichst großräumig umschiffen will.
  • Nachtseefahrt würde ich gern dauerhaft lernen bzw. erst einmal in Noten niederschreiben (Akkordsymbole tun es bei diesen Harmonien nicht). Und es einmal auf einem richtig guten Klavier aufnehmen.

Noch zu vertonen wären:

Archlinux-Zwischenstand: Alles muß ich selber machen!

Wie ich im letzten Post schon erwähnt habe, hat mein Archlinux den fatalen LMDE-Blackscreen überlebt. Was ich zum Anlaß genommen habe, mal wieder ein wenig daran rumzubasteln.

Was sich in der Titelzeile nach einem Stoßseufzer anhört, ist nur halb einer. Ja, es ist ungewohnt, mein System von Hand zusammenlöten zu müssen. Es ist verdammt unbequem und macht Arbeit. Deshalb mache ich das ja als Bastelsystem und Stückchen für Stückchen.

Es ist auch eine Chance, ein Systemverhalten, das ich bisher als gegeben hingenommen habe, zu überdenken: Ist das für mich sinnvoll und wünschenswert? Oder möchte ich das anders haben? Es ist eine Chance, mein System genau so zusammenzuschneidern, wie ich das haben will. weiterlesen »

Blackscreen des Todes

Ich war doch so angetan von LMDE. Nun hatte ich das auf meinem Bastelrechner installiert, der in Zukunft auch als Rechner zum Arbeiten dienen sollte. Lief auch ganz schön… bis nach dem ersten Update. Erst wollte das Menü nicht mehr laden, dann fing der Desktop an zu zicken, und beim nächsten Boot blieb der Bildschirm schwarz.

Und zu allem Überfluß hat das wohl auch noch den grub meiner ArchLinux-Installation (auf der zweiten Festplatte) mitgerissen, das bootet nämlich auch nicht mehr.

Aaaaaargh!

Ein kleiner Trost: Die ganze Arbeit, alle meine Programme zu installieren und einzurichten, hatte ich noch nicht richtig angefangen.

So auf die lange Sicht muß ich mir echt einen neuen Rechner zulegen. Von der Stange wird’s nicht sein, denn dafür bin ich auch inzwischen viel zu verwöhnt. Aber darüber schreib’ ich ein andermal…

update: Nachdem ich die Festplatte mit dem LMDE mal abgestöpselt habe, ist das Archlinux noch da. Hapüh.

Audio-Techtalk: Kopfhörer fürs Homerecording

Ich hatte ja im Febuar versprochen, meine neuen Kopfhörer mal zu verbloggen… und das dann schmählich prokrastiniert. Aber jetzt!

Warum habe ich überhaupt ein erkleckliches Sümmchen für ein ganz spezielles Gerät ausgegeben? Ganz einfach: Die Billiglauscher taten es nicht mehr. Erstens sitzen sie nicht gescheit, und zweitens ist das Klangbild nicht klar genug für anspruchsvolle Ausgaben. Statt dessen liegt jetzt ein Paar Shure SRH440 in meinem Regal.
Zum gewöhnlichen Musikhören verwende ich nach wie vor Lautsprecher, die Kopfhörer, die in meinem Büro eh rumliegen, oder die In-Ears meines mp3-Players. Diese Kopfhörer sind Arbeitsgerät, und zwar zu zwei Zwecken: Gesangsaufnahmen und das Mastern von meinen fertigen Aufnahmen.

kopfhörer

Für ersteres muß der Kopfhörer vor allem gut isolieren. weiterlesen »

Fear of the Harp

Eine weitere Folge von “Metal auf ungewöhnlichen Instrumenten”: Gerade stieß ich auf den brasilianischen Harfenisten Jonathan Faganello, der Metal auf der Harfe spielt:

Warum ich gerne eine femme bin

tl;dr: Bei allem K(r)ampf mit femme-Feindlichkeit in der queeren Szene, stereotypen Zuschreibungen und dem ewigen Vorwurf, femmes verhielten sich konform mit gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen etc. ist Feminität etwas Schönes.

Mir fällt gerade, angeregt durch eine Diskussion anderswo, auf, daß ich hier lang und breit über Feminität geschrieben habe und was mir das alles beschert, aber noch nie mal explizit gemacht habe, warum ich auf meine Feminität nicht verzichten mag und warum sie für mich etwas Schönes ist.

Der ewige Vorwurf lautet ja: Frauen, die sich feminin inszenieren, fügen sich dem gesellschaftlichen Druck auf Frauen, gefälligst feminin zu sein, machen sich damit zu Kollaborateurinnen eines frauenfeindlichen Systems, das Frauen zwingt, bestimmten Verhaltens- und Aussehensnormen zu genügen.

Nun ist gesellschaftlicher Zwang zu (einer bestimmten) Feminität natürlich kacke, aber das Gegenteil ist, wie so oft, genauso falsch. Auch ich entspreche in vieler Hinsicht verbreiteten weiblichen Schönheits- und Verhaltensidealen nicht. Auch ich stöhne, wenn nicht enthaarte Achseln zum Skandal gemacht werden und wenn Leute sich vor nicht rasierten Intimzonen ekeln. Auch ich enthaare meine Beine zwar gelegentlich, bin aber meistens zu faul dazu und was solls, unter Jeansbeinen oder dicken Strumpfhosen sieht eh niemand den Pelz. Nagellack und ich, das klappt auch nicht, schon wegen der Gitarre nicht (einmal spielen und der Lack ist ab), und meine sorgfältige Nagelpflege ist genauso sehr ein Gitarrist_innen-Ding wie ein femme-Ding. Auch ich trage nicht jeden Tag Make Up. Auch ich grabsche mir unter der Woche meistens eine halbwegs saubere Jeans und ein sauberes T-Shirt aus dem Schrank und denke nicht lang übers Anziehen nach – Hauptsache, ich erwische nicht Farben, die sich total beißen. Wenn es um Shopping geht, habe ich nicht an Kleidern und Schuhen Freude (das schiebe ich sogar meistens raus, bis es nicht mehr anders geht als mal wieder was einzukaufen), sondern an Büchern, Technik und Musikinstrumenten. Und auch wenn ich mich mit meinem derzeitigen Gewicht nicht so wohl fühle und gern wieder fitter wäre, muß ich das Spiel mit der Abwertung von Frauenkörpern, die nicht bestimmten Normen entsprechen, nicht mitspielen. Frauenzeitschriften sind für mich ein fremdartiges Paralleluniversum.

Und trotzdem mag ich mir meine Feminität, so wie ich sie lebe, nicht nehmen lassen. weiterlesen »

Lesefragen zum Welttag des Buches

Ach, heute ist ja Welttag des Buches, wie ich bei Astrodicticum Simplex erfuhr. Und von ihm habe ich auch drei Fragen geklaut:

  1. Welches Buch lest ihr gerade?
  2. Welches Buch werdet ihr demnächst lesen?
  3. Welches Buch wollt ihr dem Rest der Welt unbedingt empfehlen?

Und meine Antworten: weiterlesen »