Woll-Action mit dem Adventureschaf

Heute war ich die Distel besuchen und habe ihr zusammen mit bitchwitch geholfen, ein Schafsvlies zu bearbeiten, den hoffnungslos verfilzten und mit Schafsmist zugesetzten Teil von der brauchbaren Wolle zu trennen. Keine Arbeit für Leute, die sich vor Dreck und Fett ekeln, denn das Fell war in schafseigenem Lanolin quasi getränkt. Dieses Schaf muß ein echtes Abenteuerschaf gewesen sein, was da an Botanik noch in der Wolle hing! Das Wasser vom ersten Waschgang glich auch eher einer Schlammbrühe, aber nach zwei weiteren Spülgängen wurde doch das sehr schöne Grau der Wolle erkennbar. Zum Dank durfte ich mir eine große Tüte mitnehmen, die jetzt zum Trocknen in meinem Schlafzimmer ausgebreitet liegt.

Die Lucia kam auch noch vorbei, und so saßen wir eigentlich den Nachmittag über auf Distels Dachterrasse, quatschend und fröhlich am Vlies schnippelnd, zupfend und rupfend und Wolle waschend. Zum Schleudern hatte ich meine Salatschleuder mitgebracht, das hat echt super funktioniert.

Ach, solche Nachmittage tun gut. Und ich bin gespannt, was ich aus dieser Wolle dann mache – was auch immer, es wird auf den Namen „Adventureschaf“ hören.

5 Kommentare

  1. Geschrieben am 16. August 2009 um 09:09 | Permalink

    Das Schafswolle direkt vom Schaf extrem dreckig ist, ist völlig normal, und nicht einem besonders aufregenden Lebensstil „Eueres“ Schafes geschuldet – höchstens die Art des Drecks ist hinsichtlich des Lebensraumes unterschiedlich. Heidschnuckenwolle z. B. ist stets voller Sand, während die Wolle von Deichschafen von der Nordseeküste salzverkrustet ist (und oft so filzig, dass sie nur noch zur Filzherstellung taugt). Auf alle Fälle vor Verarbeitung gründlich waschen, denn auch Schadstoffe sammeln sich im an der Wolle hängenden Dreck. Aber das wisst Ihr bestimmt längst.

  2. ryuu
    Geschrieben am 16. August 2009 um 13:05 | Permalink

    Das mit den Deichschafen ist ja interessant! Gewaschen ist die Wolle ja jetzt schon einmal, nach dem Spinnen folgt der nächste Waschgang, und ich denke, bevor ich das fertige Wasauchimmer trage, folgt der dritte. Da sollte dann sämtlicher Dreck draußen sein.

  3. Geschrieben am 17. August 2009 um 13:49 | Permalink

    danke für den schönen bericht. sind ja doch noch einige zusammengekommen und ihr hattet einen einen lustigen nachmittag, wies scheint 😉

    mitfreugrüsse zaubi

  4. Sabrina
    Geschrieben am 17. September 2009 um 19:09 | Permalink

    Ich freue mich gerade so sehr, auf deinen Blog gestoßen zu sein, dass ich es kaum beschreiben kann!! 🙂 Ich habe nämlich neuerdings ein Hobby, das deinem scheinbar ähnelt-zumindest habe ich mich in den letzten Tagen auch sehr mit Schafswolle „herumgeärgert“, da ich nicht mehr auf fertige, Industrialisierte zurückgreife. Aber so macht es einfach mehr Spaß, nicht wahr? 🙂

  5. ryuu
    Geschrieben am 18. September 2009 um 09:51 | Permalink

    Hallo Sabrina,

    danke für den Kommentar, aber ich habe mir erlaubt, den Link zu entfernen – sah mir doch etwas kommerzig aus, da bin ich pingelig.

    LG, ryuu

2 Trackbacks

  1. By ryuus Hort» Spinnkram: Handkarden und Farben on 11. November 2009 at 19:02

    […] Ashford-Wollfärbefarben von Wollknoll. Jetzt kann ich mich endlich dran machen, die Wolle vom Adventureschaf weiterzuverarbeiten. Die habe ich heute morgen übrigens kurz mal gewogen, knapp 300 g sind es […]

  2. By ryuus Hort» Wollproduktion on 10. März 2010 at 09:20

    […] etwas dunkelblauer Vlieswolle, die ich von bitchwitch hatte, und etwas Adventureschaf-Wolle. Das Adventureschaf verspinnt sich echt toll. Elastisch, langfaserig, robust, leicht. Nur direkt auf der Haut […]