Ein Smartphone für den Drachen?

Bisher habe ich ja einen weiten Bogen um mobiles Internet gemacht, hauptsächlich aus Kostengründen. Das Hand dient nur für Kurz-Gespräche, wenn’s mal nicht anders geht (für den langen Plausch habe ich eine Festnetzflat oder ich nutze jabber oder IRC). Zur Koordination auf Reisen. Zum SMSen, was ich meide, weil sich das Tippen auf der Tastatur meines (gar nicht mal so alten) Siemens so umständlich anfühlt. Doch mehr und mehr frage ich mich, ob es nicht nützlich wäre, etwa um von unterwegs Zugriff auf Remember The Milk, Evernote oder ähnliche Dienste zu haben. Von e-mail und Instant Messaging ganz zu schweigen. Und die Anlage zur technophilen Gadgetschlampe ist bei mir durchaus vorhanden. Also ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit und des Geizes (bzw. meiner Überzeugung, daß das in der Prioritätenliste beim Geldausgeben weit genug oben steht), bis ein Smartphone sein Weg in meinen Haushalt findet.

Ein iPhone kommt für mich eher nicht in Betracht. Zu teuer, und was ich bisher über die Verträge beim magentafarbenen Riesen gehört habe, der sie anbietet, gefällt mir nicht, und erst recht nicht, daß Apple allein den Daumen auf dem app store hat. (Diese extreme closedsourceness gefällt mir überhaupt an Mac und Applekram nicht, auch wenn macs coole Computer sein mögen). Es gibt sogar eine Studie, nach der iPhone-Fans unter dem Stockholm-Syndrom leiden. Und daß Apple um der Geheimhaltung willen die Privatsphäre seiner Mitarbeiter mit Füßen, was sage ich: mindestens mit schweren Stiefeln mit Spikes tritt, belegt dieser Artikel auf gizmodo.com.

Ich liebäugelte ja mit dem Palm Pre. Aber dann sind viele aus meinem Freundeskreis von Android unglaublich angetan, und die App-Vielfalt scheint mir auch eher einen

Achja – privacy-technisch sind smartphones ja nicht so prall – auf GnuPG und Ähnliches muß mensch verzichten. Über Android und Verschlüsselung hat aki hier gebloggt: http://mannaz.cc/p/android-und-gnupg/

Was würde ich, wenn ich mir eins zulegte, von einem Smartphone wollen? hmmmm…. – Unterwegs Zugriff auf Onlinedienste habe, und zwar diejenigen meiner Wahl. Eine Plattform mit einer brauchbaren Zahl an Apps wäre also schon mal toll. – Maps und Navigation sind ein ganz wichtiges Thema. Und z.B. unterwegs Fahrpläne abrufen zu können, wäre wirklich geil. – Musik hören – jein: Da muß dann ein guter in-ear-Kopfhörer anzustöpseln sein, handelsübliche Ohrknöpfchen halten in meinen Ohren einfach nicht und fallen bei der kleinsten Bewegung raus. Prinzipiell wäre es natürlich schon praktisch, wenn das Smartphone auch gleich meinen antiken mp3-Player ersetzen könnte. – Eine gute Adressenverwaltung. Terminkalender wäre eine nette Sache, Aufgabenliste muß nicht sein, wenn ich Remember The Milk nutzen kann. Und der Renner wäre, wenn ich Adressen etc. auch mit meinem Ubuntu synchronisieren könnte. – Kamera: Ja, bitte! Sie muß nicht für HDR taugen und ich bin mir nicht sicher, ob Video sein muß, aber überhaupt mal was knipsen und ohne Gerätewechsel ins Netz tun, wäre toll. – Wechselmedien (sprich Speicherkarten) verwenden zu können, wäre auch toll. Vor allem, wenn das Teil gleichzeitig der mp3-Player ist.

Was habt Ihr denn so für Erfahrungen? Was nutzt Ihr? Nutzt Ihr überhaupt mobiles Internet?

2 Kommentare

  1. Geschrieben am 22. Dezember 2009 um 16:04 | Permalink

    Erstmal wünsch ich dir viel Spaß und gute Laune beim Urlaub, natürlich auch viel Erholung. Haben uns ja leider nicht mehr persönlich verabschieden können.

    In vielen Gesprächen um Smartphones in letzter Zeit hat sich bei mir herauskristallisiert, dass die Android-Plattform durchaus ein Kandidat ist, der den iPhones und Symbian-Systemen als ernstzunehmende Konkurrenz entgegentreten kann. Zum Palm Pré mit dem WebOS sei soviel gesagt, dass erste Testberichte dem Ding bzw. dem Betriebssystem keine ganz so gute Zukunft bescheinigen. Aus der Erinnerung meine ich in einem c’t-Artikel gelesen zu haben, dass es vieles einfach (noch) nicht kann, was die Nutzerschaft aber gerne hätte.

    Wie es mit der Politik im Android-Market steht, scheint mir auch nicht ganz so koscher zu sein; so wurden wohl vor einiger Zeit eine Menge Tethering-Apps aus dem Market entfernt, weil auch die Google-Welt (bzw. die Mobilfunkanbieter wohl in erster Linie) etwas dagegen haben.

    Als Ubuntu-User spricht auch wohl gegen das iPhone, dass es meines Wissens nach ja kein iTunes nativ als Linux-Port gibt, womit dann ja viele Dinge unter Ubuntu gar nicht möglich sind (Windosen-Nutzer meinten auch schon, dass es auch unter ihrem BS schon manchesmal zu Problemen kam). Also wer kein Mac-User ist, hat also nicht immer gute Karten.

    Verschlüsselung: Ist, wie in meinem dankenswerterweise erwähnten Artikel, nicht nur ein Problem von Android-Handys sondern der ganzen Smartphone-Landschaft. Einzig einige Profi-, sprich: Business-Geräte (wohl bei Nokia) sollen diese Features besitzen.

    Zum Android möchte ich noch sagen, dass es ein sehr junges System ist, mein Gerät läuft noch auf der Version 1.5, ein Bekannter hat bereits ein 2.0er. Aber ich vermute mal, dass erst in wesentlich späteren Versionen von einer gereiften Plattform gesprochen werden kann.

    Achja, mobiles Internet: Hier ist die Wahl des Mobilfunkanbieters echt entscheidend. Wer gutes, stabiles, flüssiges und schnelles UMTS haben will, sollte sich hier besonders bei den Anbietern informieren. Auch ein Blick in die allwissende Müllhalde zu den Themen UMTS und den Anbietern schadet nicht. Ausbaustufen und Entwicklungsstand sind hier Stichpunkte, auf die mensch achten sollte.

    Als Fazit sei von meiner Seite gesagt: Android ist ein guter und günstigerer Einstieg in die zukünftige Smartphone-Welt, iPhone echt nur was für Masochisten, die entweder auf Knebelverträge oder Geldbeutelstrudel stehen. Okay, Apple hat wohl einen guten Support und Service – aber den muss mensch halt erstmal vorfinanzieren.

    Achja, missen möchte ich meinen kleinen Taschenhelden definitiv nicht mehr!

  2. ryuu
    Geschrieben am 31. Dezember 2009 um 11:54 | Permalink

    Danke für das Feedback!

    Maemo erscheint mir als Plattform ja auch recht interessant, aber definitiv noch nicht ausgereift genug… Augenblicklich scheint mir, nach Deinem Kommentar, Android ja die Plattform meiner Wahl zu sein – auch wenn das Palm Pre mich nach wie vor neugierig macht…

    Ich werde da wohl mal den Markt im Blick behalten, meine ganze Telekommunikations-Situation gehört ohnehin mal mit einem spitzen Bleistift durchgerechnet.