Neues vom Bastelrechner: Spaß mit Lenny

So, nun habe ich mir gestern einen ganzen Abend um die Ohren geschlagen mit dem Versuch, diverse Programme auf Debian Lenny zum Laufen zu bringen. Viel Handarbeit und noch viel viel lernen sie muß, kleine /root.

Positiv überrascht war ich davon, wie einfach doch die Migration bzw. das Kopieren meines Mailaccounts ging. Einfach das Verzeichnis .mozilla-thunderbird/ ins neue /home/$USER transferiert und Mails, Einstellungen, alles da. Sogar meine virtuellen Ordner leben noch; einzig Enigmail muß ich noch beibringen, nicht ständig zu meckern, wenn ich meine Nachrichten nicht verschlüssele. Leider nutzen ja die wenigsten diese Möglichkeit… Ich habe erst einmal davon abgesehen, den neuesten Donnervogel zu installieren. Wäre mir zuviel, es gibt schon genug Dinge, die ich von Hand installieren muß. Total simpel war auch die Installation von Dropbox (hier beschrieben).

Was aber gar nicht so wollte wie ich:

  • BloGTK 2.0 hat ein paar viele Abhängigkeiten, die ich so auf die Schnelle nicht aufgelöst bekam – python-webkit hängt in seiner aktuellsten Version von Dingen ab, die Lenny noch nicht so aktuell hat. Das wäre viel viel Handarbeit, und so dringend brauche ich BloGTK dann doch auf dem großen Rechner nicht. Installiert habe ich es zwar bekommen, aber es startet nicht.
  • solfege fand in der Version aus den Repos MIDI nicht und spuckte keinen Ton aus. Ist auch eine ziemlich alte Version in den Repos von Lenny (3.10, aktuell ist 3.16). Das will ich bei Gelegenheit aus den sourcen installieren.
  • Thinkingrock, meine geliebte Aufgabenverwaltung, will ebenfalls beim besten Willen nicht starten. Ich habe es mit verschiedenen Versionen versucht, keine will laufen. Frust!
  • Ich muß mich nochmal mit dem Thema Backup auseinandersetzten, der Große will meine auf dem Netbook mit externem Brenner gemachten Backups nicht einlesen. Vielleicht liegts an den RW-Medien, wahrscheinlicher aber habe ich mit genisoimage bisher die falschen Optionen gewählt. Am Laufwerk scheint es nicht zu liegen, die Debian-DVD und eine DVD mit Videos hat er ohne Probleme eingelesen. SquashFS und ein USB-Stick könnten eine Lösung sein.

Was ich noch lerne:

  • Programme aus .deb installieren
  • meine Konsole kennen
  • Programme aus sourcen kompilieren ist nicht ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte. Will ich erstmal nicht ohne Not machen.
  • Einiges tickt unter Debian doch anders. Mein Gefühl: Ubuntu macht’s einem einfacher und nimmt einem einiges ab, Debian kaut einem weniger vor. Was ich nicht negativ finde, es ist nur eine Frage, wieviel ich investieren will.
  • synaptic kann ich eigentlich offen lassen…
  • dito /etc/apt/sources.list
  • und das root-Terminal genauso, solange ich ernsthaft am Installieren bin.

Was schön ist:

  • rat-ten-schnell fühlt sich das an. Liegt das nur daran, daß es ein noch relativ wenig zugemülltes System ist? Liegt’s an der Hardware? Ist ein 64-bit-System einfach so schnell? Oder liegt es an Debian?
  • Liegt jetzt nicht am Betriebssystem, aber: Die etwas größere Bildschirmauflösung (wie groß genau, muß ich nachsehen) macht sich positiv bemerkbar.

Eigentlich möchte ich ja noch gern Openoffice 3.x haben, 2.4 ist ein wenig antiquiert. Aber das kann warten… und eigentlich wollte ich irgendwann mit diesem Rechner auch arbeiten und nicht nur Dinge installieren. Zwischendrin, das gebe ich zu, war ich schon so gefrustet, daß ich an das dachte, was ich mir bei der Installation von Debian gesagt hatte: „Ich kann ja immer noch Ubuntu drauf hauen, wenns gar nicht geht“.

Aber so schnell gebe ich dann doch nicht auf…

4 Kommentare

  1. Geschrieben am 21. April 2010 um 13:25 | Permalink

    Ich habe mal eben einen Bürogenossen und Linux-Experten gefragt. Ersetze „oder“ einfach durch „und“: Dass Dein Bastelrechner so fix ist, liegt daran, dass das System noch relativ wenig zugemüllt ist, ein 64-bit-System grundsätzlich schneller ist und Debian sehr effizient mit den Resourcen umgeht. Angeblich gibt es OpenOffice 3.2 auch für Linux, jedenfalls behaupter er, dass das beim ihm läuft.

  2. ryuu
    Geschrieben am 21. April 2010 um 14:46 | Permalink

    Hach, dann habe ich ja im Prinzip alles richtig gemacht mit diesem Rechner 🙂

    Das .deb-Paket von OOo 3.2 liegt schon auf meinem Rechner, nur installiert ist es noch nicht. Da sind noch ein paar Dinge, die noch wichtiger sind. Geht alles Schritt für Schritt…

  3. tomtomtom
    Geschrieben am 20. Mai 2010 um 21:58 | Permalink

    Hm, der Blog-Eintrag ist zwar schon eine Weile her, aber trotzdem mal:

    Ja, Debian IST schneller als Ubuntu. Und zwar in jeder Version. Bei mir läuft ein einmal täglich aktualisiertes Debian Sid.

    Mit OpenOffice.org 3.2, IceDove 3.0.4 und Iceweasel 3.5.9 und das alles über die Paketverwaltung ohne irgendwas selbst zu backen. 😉

    Achja, und auch bei deiner anderen Vermutung hast du Recht: Ubuntu ist wirklich einfacher zu bedienen. Und so sehr ich Ubuntu mag, ist mir Debian inzwischen lieber. Und Synaptic hab ich auch hinter mir gelassen, seit ich gelernt habe, wie einfach Systempflege mit aptitude sein kann. Kommt eben alles mit der Zeit.

  4. ryuu
    Geschrieben am 20. Mai 2010 um 22:25 | Permalink

    Täglich aktualisiert? Woooow 🙂 (Aber frag mich in ein paar Jahren nochmal. Entweder mein kompletter Haushalt läuft dann auf einem Linux oder ich hab mich ganz anderen Dingen zugewendet.)

    Daß meine Wahl auf die stable-Version fiel, ist dem Umstand zu verdanken, daß ich eigentlich auf dem Rechner basteln will und nicht daran. (Naja: von der zusammengestoppelten Hardware abgesehen.) Und in der Hinsicht hat mich Lenny bisher nicht enttäuscht. Aber wie ist das denn so mit Sid, produziert der Abstürze und ähnliches? Macht er unvorhergesehenes Zeug? Oder verhält er sich im wesentlichen stabil?