Tablet Mania: iPad, WePad und mein Senf

Anfang April wurde das iPad vorgestellt, unter großem medialem Rummel. Und die Firma neofonie legt mit dem WePad ein Produkt vor, das wie Konkurrenz aussieht, aber kein iPad-Killer sein will. Grundsätzlich sieht das für mich erst einmal sympathisch aus, doch es mangelte beim Start nicht an Pannen.

Ich bin jedoch skeptisch, ob ein Tablet PC überhaupt etwas für mich wäre. Aus einem kühlen Grunde: Mir fehlt die Tastatur. Schon auf dem Netbook ist es weniger der kleine Bildschirm als die sehr kleine Tastatur, die die Bedienung für mich mühsamer macht als die eines Desktops mit anständiger Tastatur. Ob eine onscreen-Tastatur auf einem Touchscreen das vernünftig ersetzen kann? Ein Ansatz, der mir bei früheren Tablet PCs theoretisch (ich habe so ein Gerät nie in der Hand gehabt) jedoch mal gut gefiel, war die Handschriftenerkennung. In zuverlässig und ausgereift wäre das für mich eine schöne Eingabemethode. Ob allerdings so ein Tablet dann ein Gerät wäre, das ernsthaft für längeres Arbeiten z.b. an einem Artikel geeignet wäre? Was das WePad zur Zeit vollkommen indiskutabel für mich macht: Der Preis. Denn für etwas mehr bekomme ich einen vollwertigen Desktop-PC und für ein Gerät, das ich angesichts des Formfaktors eher als Zweit-Gerät betrachten würde, ist das für mich einfach zu viel.

Den Einsatzbereich eines *Pad stelle ich mir darüber hinaus eher eingeschränkt vor. Musik höre ich am liebsten von der altmodischen CD auf einer anständigen Anlage, ich bin keine große Videokuckerin, meine Zeit am Computer in der Freizeit verbringe ich auch mit den Fingern auf der Tastatur und mit teilweise hochspezialisierten Anwendungen (wie mich mein Debian-Abenteuer gerade lehrt). Lediglich zum Lesen von ebooks könnte ich mir so ein Pad dann ganz gut vorstellen (hier vermisse ich besonders bitterlich die Möglichkeit, einfach den Daumen zwischen die Seiten zu klemmen und nochmal zurückzublättern oder mir Randnotizen zu machen), und dafür wäre dann ein ebook-Reader vielleicht das bessere Gerät.

Ja… es bleibt abzuwarten, ob diese Art von Computer es aus der Kategorie „teures Spielzeug“ in eine Kategorie schafft, die für mich nützlich wäre.

PS. Auf netbooknews.de gibt es schon so einige Artikel über das WePad.

2 Kommentare

  1. Geschrieben am 28. April 2010 um 18:37 | Permalink

    Volle Zustimmung! Ich sehe das genau so. Allerdings: wenn die „Tablett-PCs“ erst einmal richtig preiswert sind, wären sie das „E-Book, das ich haben will“ – als spezialister Drittcomputer oder so.

    Noch etwas: „altmodischen CD auf einer anständigen Anlage“. Ich dachte immer, dass es an meinem ollen MP3-Player läge, dass MP3 – nun, gewisse Mängel in der Dynamik aufweisen, die selbst musikalisch so wenig geschultem Ohren wie den meinen auffällt. Nun haben ich mir mal einige MP3s über die (auch nicht wirklich „anständigen“) Aktivboxen meines PCs angehört – und zum Vergleich dann die selben Titel von der CD, auch über PC und Aktivboxen. Tatsächlich ein deutlicher Unterschied.

  2. ryuu
    Geschrieben am 29. April 2010 um 14:02 | Permalink

    Zu mp3 und Klangqualität: das Verfahren der Kompression bei mp3 ist alles andere als verlustfrei, aber es hat sich (leider) durchgesetzt. Mein mp3-Player z.B. unterstützt keine alternativen Formate: kein Ogg Vorbis und auch kein FLAC. (Der nächste portable Player, den ich mir anschaffe, sollte auf jeden Fall ogg unterstützen!) Es ist also in gar keiner Weise erstaunlich, daß Du mit ein wenig aufmerksamem Hinhören einen Unterschied wahrnimmst.

    Ich mag darüber hinaus richtige physische Tonträger, aber das ist eigentlich Stoff für einen anderen Post.