Musik mit Pinguin IV: Gehörbildung mit solfege

Was lange währt, wird endlich gut… oder so. Lange hatte ich ja vor, einen Artikel über das freie Gehörbildungsprogramm solfege zu schreiben – was hiermit endlich mal geschehen soll.

solfege installieren

Unter einigen Linux-Distributionen (debian und Ubuntu, z.B.) ist solfege in den Repositories vorhanden und kann bequem über die Paketverwaltung installiert werden. Unter Umständen hat man damit nicht die neueste Version, wer nicht viel Aufwand mit der Installation haben will, ist hiermit aber gut bedient. Versionen für Windows und Mac gibt es auf der solfege-Homepage.

Funktionsumfang

solfege bietet eine Vielzahl von Übungen: Intervalle und Akkorde benennen, Intervalle oder Akkordtöne singen, Skalen erkennen, Rhythmus- und Melodiediktate sind nur einige der vielen Übungen. Schwierigkeitsgrade sind recht gut abstufbar, auch weit fortgeschrittene Benutzer werden lange ihren Spaß an solfege haben. So sieht das Programm aus: Alterierte Akkorde erkennen in solfege Intervall-Übung in solfege Rhythmusdiktat in solfege Besonders umfangreich sind das Skalen-Modul (von Kirchentonarten über Ganztonleitern und Jazz-Skalen bis zu Pentatonik ist alles in größter Detailtiefe vertreten) und das Akkorde-Modul, das recht entlegene Jazz-Akkorde kennt.

solfege fertigt auch statistische Auswertungen über die Ergebnisse an (leider nicht bei sämtlichen Übungen). Diese Statistiken werden leider etwas kryptisch präsentiert: Statistik von solfege

Einschränkungen

Musiktheoretisches Grundwissen sollte $mensch mitbringen. Was ein halbverminderter Septakkord oder ein Tritonus ist, das sagt einem solfege nämlich nicht – ohne dieses Wissen wird das Training damit sehr frustrierend. Mit einem menschlichen Lehrer oder kommerziellen Programmen kann auch das Musikdiktate-Modul nicht mithalten. Des weiteren ist solfege ein Programm, in dem man selbst den Überblick behalten muß: was habe ich schon oft geübt? Was sollte ich noch öfter machen? Anleitung für einen sinnvollen Einsatz gibt solfege ebenfalls nicht. Ich möchte daher solfege nicht anstelle von Unterricht empfehlen, sondern zumindest für den Anfang zusätzlich dazu. Das vorausgesetzt, bietet solfege eine solide und kostenlose Möglichkeit, das musikalische Gehör zu trainieren.

Überhaupt, gibt es eigentlich ein Musiktheorie-Lehrprogramm unter Linux? Wenn nicht – ich habe doch schon so viele Projekte am Bein, nein, ich werde keins entwickeln. Bin ja auch keine Programmiererin.