Ich bin so enttäuscht.

Ich habe mir gestern ein Herz gefaßt und bei Mediamarkt einen neuen Player für unterwegs gekauft. Eigentlich ging es mir vorrangig um einen Audioplayer, der auch .ogg kann und natürlich brauche ich Ersatz für meinen altgedienten Player, der langsam so abgenutzt ist, daß er fast schon unbedienbar ist. Es gab da Player, die FLAC können, aber kein .ogg mit 4GB für relativ günstig. Nur 4GB Speicher erscheinem mir bei so einem speicherintensiven Format wie FLAC dann doch relativ sinnfrei. Wachsende Teile meiner digitalisierten Musiksammlung sind jedoch in .ogg oder FLAC – also: .ogg-Support sollte schon sein. Nach langem, langem Seufzen, Überlegen und Fachsimpeln mit dem Personal entschied ich mich für einen Archos 24 Vision Media-Player 8GB (Amazon-Partner-Link). Wichtig war mir, eine leicht zugängliche und zuverlässig reagierende Lautstärkenregelung zu haben – da bin ich sehr sensibel – , da haben mich die großen Brüder mit Touch-Bedienung nicht ganz überzeugt, dieses Gerät hingegen sehr wohl, überhaupt fand ich die Benutzersteuerung da sehr schön intuitiv, es gab nur weniges, was ich dann in der Bedienungsanleitung nachlesen mußte. Sexy finde ich auch, daß er auch Textdateien darstellen kann (habe schon überlegt, ob ich ihn in Zukunft für To-Do-Listen für unterwegs mißbrauche) und Lyrics anzeigen. Irgendwie wollte ich auch ein Gerät, das (wie dieses) per Micro-USB mit dem Computer verbunden wird und nicht nochmal ein Spezialkabel braucht.

Trotzdem jetzt bin ich schwer enttäuscht: von der Klangqualität. Mit In-Ear-Kopfhörern rauscht er nämlich wie ein Wasserfall. Auch schon mit den gewöhnlichen „Knöpfchen“, die für mich eigentlich gar nicht gehen, weil sie mir immer aus den Ohren fallen, wenn ich mich nur minimal bewege (an mir ist halt alles etwas kleiner). Mit den Test-Kopfhörern und der Geräuschkulisse im Markt war das leider nicht zu hören, da kam mir die Klangqualität OK vor, erst beim In-Ruhe-Testen zu Hause fiel mir dieses Problem auf. Ich habe das mit diversen Kopfhörern probiert – unter anderem mit baugleichen zu den Testkopfhörern aus dem Markt (geschlossene, ziemlich billige), und mit denen war es kaum zu bemerken. Aber schon mit halbgeschlossenen, die etwas enger an den Ohren anliegen, war das Rauschen zu hören.

Rauschfreiheit ist wichtig, geradezu ein Totschlag-Kriterium für mich, da ich gern mal „leisere“ Musik höre. Singer-Songwriter-Sachen, Klassik, Gesprochenes. Bei all diesen Dingen fällt mir Rauschen unglaublich auf die Nerven. Auch unterwegs will ich einen klaren Sound – oder ich verzichte ganz auf Beschallung. Es nervt mich ziemlich an, daß ich jetzt nächste Woche nochmal hindackeln und das Teil umtauschen darf.

Liebe Hersteller: Sollte Rauschfreiheit beim heutigen Stand der Technik nicht selbstverständlich sein? Auch im (relativ) unteren Preissegment? Da verzichte ich gerne auf Touch und Video und auch auf ein eingebautes Radio, nur Audio will ich glasklar und rauschfrei hören, und zwar nicht nur in wma und mp3.

Einen kleinen Trost gibt es: Ich habe die neue Platte von Blind Guardian endlich. Sie ist sooooo schön – und so mag ich das: Für die knapp 18 Tacken, die ich da gelöhnt habe, bekam ich eine Limited Edition mit wunderschönem Artwork, einem Booklet mit sämtlichen Texten (irgendwoher muß es ja kommen, daß es das Konzert-Ritual namens „Bards Song“ gibt) und einer rappelvollen Bonus-CD. Danke, Nuclear Blast und danke, liebe Gardinen :), so macht es Spaß, Geld für Musik auszugeben und das ist mit ein Grund, warum ich immer noch CDs und nicht nur Dateien kaufe. Besprechung der Platte folgt 🙂

11 Kommentare

  1. John
    Geschrieben am 29. August 2010 um 10:27 | Permalink

    Da ich meinen alten Player irgendwo verloren habe (ja, hier ist ein „OMG, wie schafft man das?“ angebracht), habe ich mir diesen gekauft: http://www.amazon.de/Sandisk-MP3-Player-FM-Tuner-microSD-schwarz/dp/B002NX0ME6/ref=dp_ob_title_ce „Sandisk Sansa Clip+ 8GB“ Empfehlen möchte ich den aber trotzdem nicht, da er zwar Ogg Vorbis kann, aber die Batterie relativ klein ist. Insbesondere da Ogg Vorbis doch etwas mehr Rechenleistung beansprucht als MP3 schlägt das etwas auf die Nerven :-/ Zur Klangqualität möchte ich ohnehin nichts sagen, ich schätze meinen Gehörgang da nicht als sonderlich professionell ein 😉

  2. Geschrieben am 29. August 2010 um 12:17 | Permalink

    Hach, die Probleme kennen ich…

    Meinen alten mp3 Player hab ich verlegt. War ein Super Teil. (Irgend so eine Sonderedition zum Film „I Robot“, ist also schon ne Weile her). Da war nicht nur das Design schick und ausgefallen, nein: auch Anzeige und Bedienung waren optimal und der Sound war für mich auch Spitzenklasse.

    Aber wie gesagt: verloren. Die Suche nach einem neuen Player gestaltete sich dann doch recht schwierig (hab im Blog mal darüber berichtet), vor allen Dingen, weil ich nicht so viel dafür ausgeben wollten. Meine Wahl war dann schließlich auf den TakeMS Composer gefallen. In der Praxis hat er sich aber nicht bewährt: mäßiger Sound, schlecht zu bedienen…. und nach ein paar Monaten entwickelte er ein paar Macken…

    Hach ja: damals(tm) waren die MP3-Player noch gut und günstig. Heute scheint man für 20-40 € keinen vernünftigen Player mehr zu bekommen… 🙁

    Achso: FLAC kannte ich noch gar nicht – wieder was gelernt. 🙂

  3. Geschrieben am 29. August 2010 um 14:04 | Permalink

    da staun ich aber. ich dachte bei heutigen digitalen medien ist das rauschen ein relikt der vergangenheit. konnte es zumindest bei meinen playern noch nicht feststellen und ich bin auch sehr rauschsensibel. wirst du nun deinen neuen player behalten?

  4. ryuu
    Geschrieben am 29. August 2010 um 14:08 | Permalink

    Ich hab’s gerade noch einmal getestet – Wasserfall ist leise dagegen. Ich werde ihn wohl umtauschen. Schade eigentlich, wie gesagt, von der Bedienung und den sonstigen Merkmalen her gefällt er mir sogar besser als die teureren Geräte mit Touch. Aber der Klang ist dann doch K.O.-Kriterium Nr. 1.

  5. Geschrieben am 29. August 2010 um 19:45 | Permalink

    In der Ausgabe 03/2010 der Zeitschrift UBUNTUuser wurde der Player Sansa Fuse von SanDisk hochgelobt, gerade wenn man von einem Ubuntusystem aus auf den Player zugreift. Das Ding kann Videos und Musik abspielen.

  6. ryuu
    Geschrieben am 30. August 2010 um 12:41 | Permalink

    Hallo Andi,

    ich habe gerade mal nachgeschaut, der Sansa Fuze kann leider lt. Info von amazon kein .ogg und auch kein FLAC. Beides hätte ich schon gern. .ogg-Support ist anscheinend ein teurer Spaß.

  7. Andreas Breitbach
    Geschrieben am 30. August 2010 um 13:01 | Permalink

    Jein. Mit entsprechender Firmware gehen .ogg und FLAC auch mit dem Fuze (vgl. da die Anleitung, Kapitel A.2). Ich selbst bin seit knapp einem drei Viertel Jahr mit nem e200 und Rockbox glücklich, die Original-Firmware ist nur was für Masochisten.

  8. Geschrieben am 30. August 2010 um 21:03 | Permalink

    Hi ryuu, der Player kann nach einem Firmwareupdate zusätzlich die Formate Ogg und FLAC abspielen. Das ganze wird in dem Artikel ausführlich beschrieben. Wenn du magst kann ich dir die Zeitschrift borgen. Du kannst mich per Mail oder Jabber kontaktieren. Gruß Andi

  9. ryuu
    Geschrieben am 30. August 2010 um 22:14 | Permalink

    Huhu Andreas,

    Dein Kommentar war in den Spam-Ordner gerutscht, ist mir erst jetzt aufgefallen.

    Andi, mail mir mal die jabber-Adresse (oder quatsch mich einfach bei Gelegenheit per jabber an), vielleicht können wir uns beim nächsten UbuntuBerlin-Stammtisch darüber kurzschließen.

    Edit: Also umgetauscht werde ich den jetzigen Player bis dahin haben. Das liegt mir auf der Seele. Wie ist denn der Fuze so vom Klang her?

  10. ryuu
    Geschrieben am 1. September 2010 um 22:25 | Permalink

    Ach, übrigens: Ich habe ihn jetzt zurückgebracht – Erstattung ging anstandslos. Wenigstens das habe ich von der Seele.

  11. rainer wegmann
    Geschrieben am 14. September 2012 um 23:54 | Permalink

    zu empfehlen: sandisk sansa clip+ oder der sansa fuze (nicht der fuze+!!!), wenn man neben dem musikhören auch ab und an mal ein video ansehen möchte.

Ein Trackback

  1. […] hat sich vor einiger Zeit, einen schönen Player gegönnt. Den finde ich auch nicht schlecht. Aber soviel Geld wollte ich dann doch nicht für […]