Eine neue Kamera für ryuu? Überlegungen im Vorfeld.

Ich bin ja keine visuelle Heldin. Ich knipse eher, als daß man mein Dinge-Bildlich-Festhalten Fotografieren nennen könnte. Und doch dokumentiere ich eben schöne Erlebnisse oder den Fortschritt meiner Bastelprojekte gerne auch in Form von Fotos. Auf der Landeck-Tour habe ich gemerkt, wie sehr mich der sehr beschränkte interne Speicher meiner alten, billigen Kamera (gekauft ca. 2003, damals schon ein Auslaufmodell) nervt; öfter habe ich mich auch schon über die mangelnde Verwackelresistenz geärgert, darüber, daß der Auto-Weißabgleich oft viel zu dunkel und kalt herauskommt und darüber, daß sie bei hellen Motiven sehr schell überbelichtet. Also wird irgendwann auch eine neue Digitalkamera fällig. Zwar nicht allzu bald, denn ich habe in den letzten Monaten recht viel Geld für Technik ausgegeben, aber ich kann mich ja schon mal schlau machen, umgucken und genau überlegen, was mir wichtig wäre.

Alte Spiegelreflexkamera
Bild: sxc.hu

Also: Welche Features muß eine gute Kamera für mich haben? Da ich mich eher im unteren Preissegment (so bis 150 Euro) umtun will, mache ich mir keine Illusionen, daß ich etwas mit zigtausend Optionen und Feineinstellungen bekomme, doch einiges ist mir doch wichtig, etwa:

  • Anständigen Speicher braucht sie! Meine jetzige Kamera hat – nicht lachen! – gerade 8 MB internen Speicher. Damit passen in halbwegs brauchbarer Auflösung zwischen 10 und 18 Bildern auf den Apparat. Mit Speicherkarten kommt sie leider überhaupt nicht klar, obwohl sie einen Slot hat. Das heißt, zur Kamera muß ich entweder gleich in ein oder zwei Speicherkarten investieren oder sie sollte reichlich internen Speicher haben.
  • Die Auflösung. Eine Riesenmegapixelzahl ist mir nicht so wichtig. Die Datenmengen müssen ja auch irgendwie verarbeitet werden, und da meine beiden Rechner ja keine Grafik-Workstations sind, fände ich es eher unpraktisch, wenn ein einzelnes Bild im JPG-Format weit mehr als 10MB groß ist. Deutlich größer als die 1600×1200, die meine jetzige Kamera kann, sollte sie allerdings schon sein. Sonst kann ich es nämlich fast vergessen, mir den schönsten Bildausschnitt herauszusuchen und immer noch eine halbwegs druckfähige Größe zu haben. Wo ich in Sachen Hörbücher und Hörspiele umgedacht habe von „ist gar nicht meins“ zu „achdoch, damit unterhalte ich mich ganz gern mal“, halte ich das inzwischen auch bei Fotobüchern für gut denkbar. Günstige Fotobücher könnten z.B. ein schönes Andenken für meine Freunde oder meine Familie an gemeinsam verbrachte schöne Zeiten sein – eine Freizeit, ein Familientreffen oder ähnliches.
  • Verwackelresistenz. Oh ja. Für Verwackeln ist meine Kamera leider extrem anfällig. So anfällig, daß ich sie eigentlich niemandem in die Hand drücken kann, weil das Resultat erfahrungsgemäß unbrauchbar ist. Ich bin sie gewöhnt und weiß, wie ich den Auslöser drücken muß, ohne daß das Bild entsetzlich unscharf wird, aber einfach ist das nicht. Und wißt ihr, wieviele Shots ich sicherheitshalber mache, damit wenigstens einer brauchbar ist? Bei Makros mit Zoom potenziert sich das.
  • Ein gutes Makrofeature ist mir ebenfalls sehr wichtig, da ich viele Detailaufnahmen, z.B. von Blumen oder Handarbeiten, mache. Auf Video dagegen kann ich verzichten. Unabdingbar sind auch ein Blitz und anständige Möglichkeiten, die Belichtung einzustellen. Kann doch nicht angehen, daß ich im Winter u.U. keine Fotos von Handarbeiten machen kann, weil das Licht drinnen bei bewölktem Himmel nicht ausreicht, und ich andererseits keine Fotos von glänzendem weißem Garn machen kann, weil es gnadenlos überbelichtet.
  • Und ganz toll wäre ein ausführliches, gedrucktes Handbuch, aber ich glaube, davon kann $mensch heute nur noch träumen.

Zu guter Letzt brauche ich auch noch ein wenig Zubehör: etwa eine Libelle (wie man sowas selbst baut, hat Goja in diesem Artikel beschrieben) oder einen Gorilla Pod (auf den hat mir Distel mal Bock gemacht). Das dürfte das Wichtigste sein. Habe ich noch irgendwas vergessen? Liebe Leser_innen, was wäre Euch bei einer Kamera wichtig?

5 Kommentare

  1. Geschrieben am 10. September 2010 um 09:08 | Permalink

    Ich selbst denke auch gerade über eine neue Kamera nach. Was mir dabei wichtig ist, ist die Rauscharmut des Chips (hat mich Stefan drauf gebracht). Filmen ist für mich sekundär. Auflösung: meine jetzige Knipskiste arbeitet mit 2816×2112, das ergibt netto als jpg meistens 1.4-1.5 MB. Für Standardaufnahmen reicht das aus. Starker Zoom erfordert eventuell eine höhere Auflösung. A propos Zoom: ich lege Wert auf mindestens 10fach-Zoom. Karte würde ich gleich mit anschaffen. Mir ist auf jeden Fall ein Kartenslot wichtig, um ggf. die Karte auch mal austauschen zu können. Außerdem kann man Fotos von Karten besser kopieren: Karte aus Kamera raus, in passenden Slot am PC stecken, kopieren. Das direkte Anschließen der Kamera ist meiner Erfahrung nach umständlicher (bis der PC die Kamera erkannt hat, dauert es immer so lange). Wichtig ist mir noch die Anschlußmöglichkeit für externe Geräte, z.B. einen Blitz.

    Soviel meine 2 Cents zum Thema.

  2. Geschrieben am 10. September 2010 um 10:34 | Permalink

    Hey ryuu,

    Eine Kameraanschaffung ist immer eine nervenaufreibende angelegeneheit. Ich hab das eigentlich immer genossen die Kundschaft zu beraten als ich noch im Einzelhandel war und zu sehen wie sie mit sich selber gerungen haben. Bei dem Thema Kompaktkamera hilft mir immer die Kamera-Bestenliste von Chip-Online. Hier kannst Du sehr gut nach der Preisklasse recherchieren. Ausserdem kannst Du auf eigene Faust den direkten vergleich zu Konkurenzmodellen erstellen. Gerade bei Kompaktkameras gibt es innerhalb einer Preisklasse gravierende Qualitätsunterschiede… zudem ist es ein Dschungel an Marken, Zweit- und Drittvermarktung. In der Klasse von 150 Euro empfehle ich Dir die Fujifilm Finepix F70EXR. Ich habe gute Erfahrungen mit Fuji gemacht, denn diese haben im Gegensatz zu den quadratischen Pixeln, wabenförmige Pixel. Das ermöglicht das Simulieren von verschiedenen Filmarten und hat dazu noch eine höhere Restlichempfindlichkeit. Zudem gibt es einen 10fach Zoom, Makro hat mittlerweise jede Kompakte drinne… von einem Verwacklungsschutz konnte ich leider nichts lesen. Die Kamera rangiert aktuell auf Platz 31, während die Konkurenzmodelle dieser Preisklasse schon mehr in Richtung der 80 bis 90 gehen. Wichtig ist vor allem das die Kompakte ein ordentliches Objektiv hat, denn das macht letztendlich die Bildqualität aus; MP und Chip sind da eher Zweitrangig. Bei Fuji kannst Du Dir gewiss sein das Nikon drin steckt und das heißt auf jeden Fall eine gute, Farbechte Qulität. In meiner Ausbildungszeit habe ich fast nur mit Fuji geschossen, wenn auch als DSLR und im Studio. Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

    P.S.: Die besten Kompaktobjektive findest Du in Panasonic Kameras, denn diese kommen 1:1 vom hochwertigsten Hersteller, nämlich Leica.

  3. tigr
    Geschrieben am 10. September 2010 um 10:37 | Permalink

    Hi Ryuu, ich habe eine Panasonic Lumix TZ-3; inzwischen gibt’s schon eine Reihe von Nachfolgemodellen, aber mit der Kamera bin ich immer noch vollauf zufrieden: 10x optischer Zoom, hohe Aufloesung (3072×2304, das ergibt ca. 3 MB-Bilder), hat einen SD-Slot (dann kann man auch ohne Kamera auf die Bilder zugreifen)… bei einer Compactkamera werden Bilder halt leicht unscharf, wenn man abends/nachts ohne Stativ fotographiert. Aber mit Kamera-irgendwo-abstellen und Selbstausloeser hab ich schon wunderbare Nachtaufnahmen geschossen 🙂 Und tagsueber hab ich praktisch nie Probleme mit verwackelten Bildern. Sie hat ein Makrofeature, aber das benutze ich eher selten, kann also nicht sagen ob Dir das ausreichen wuerde… Oh und sie ist klein genug, um sie in die Jackentasche (oder ggf. sogar Hose) zu stopfen und kann daher problemlos in den Urlaub mitgenommen werden. Wenn ich mir irgendwann mal eine Kamera kaufen sollte (vermutlich fruehestens wenn diese kaputt ist), werde ich vermutlich einfach nach dem aktuellen Nachfolgemodell gucken — die TZ-7 sieht zumindest ganz vernuenftig aus und hat inzwischen 12x optischen Zoom.

  4. Goja
    Geschrieben am 10. September 2010 um 13:29 | Permalink

    Persönlich gefällt mir am Fotografieren besonders das spielerische/experimentelle. Dafür würde ich eine Canon Powershot empfehlen, die von der Firmwareerweiterung CHDK unterstützt wird. Dokumentation dazu gibt‘s hier: http://chdk.wikia.com/wiki/CHDK

  5. ryuu
    Geschrieben am 11. September 2010 um 18:38 | Permalink

    Danke Euch für die reichlichen Empfehlungen! Jetzt habe ich ja ein paar Modelle, die ich mir mal ansehen werde. @Stefan, das mit den wabenförmigen Pixeln ist ja extrem interessant!