Neues aus der Garnschublade

Ich habe neulich mal wieder die Ashford-Farben ausgepackt und gefärbt. Diesmal etwas ziemlich aufwendiges – nicht einfach nur verschiedene Grüntöne, sondern diesmal ein lila-schwarz-preussischblau-gelbes Experiment. Ich stehe ja gerade total auf diese Blautöne zwischen Preussischblau und dunklem Türkis und eigentlich sollte das Türkis wesentlich dominanter werden, als es dann rauskam. Dafür habe ich das Garn (100g billige Sockenwolle, 75% Schurwolle, 25% Polyamid) zwischen zwei Türklinken zu langen Strängen gespannt. Dann Farblösungen angerührt, Garn reingehängt bzw. das Gelb mit einer Pipette raufgeträufelt und das in einen Dämpfkorb gehauen. Ca. eine Stunde dampfgaren, so sah es beim Abkühlen aus:

HerbstnachtGarn

Und so beim Aufwickeln:

HerbstnachtGarn

Und was soll das nun? Das ist eine Studie für ein Färbe- und Spinnprojekt, aus dem dann ein weiteres Lacetuch werden soll. Ist ein wenig anders rausgekommen, als ich mir das vorgestellt habe, gefällt mir aber sehr gut, und ich habe schon ein Sockenstrickmuster dafür im Kopf. Lektionen, die ich dabei gelernt habe:

  • So lange Stränge nach dem Färben zu entwirren, ist ein Krampf. Aber eine Historienserie mit schönen Kostümen macht das Wickeln erträglich. Trotzdem: Zufällig zulesende Garnjunkies – habt Ihr Tips und Tricks dazu?
  • Beim Preussischblau hätte ich noch eine Winzigkeit mehr Gelb wagen können. Ich wollte halt nicht, daß es grün wird.
  • Lila dagegen neigt dazu, röter herauszukommen. Hier werde ich mich beim nächsten Mal im Zweifelsfall auf der blauen Seite halten.
  • Garn nimmt dort die Farbe am stärksten auf, wo man es zuerst in die Farblösung hängt.
  • Für die nächste Aktion dieser Art brauche ich größere Gefäße. In gewöhnliche Marmeladengläser paßt da einfach nicht genug Wolle.
  • Die Farben neigen dazu, ineinander zu verlaufen, wenn sie sich beim Dämpfen berühren. Abhilfe: die verschiedenen Farben trennen, indem ich sie in Frischhaltefolie wickle? Das Zeug hält, wie ich bei einer früheren Färbeaktion festgestellt habe, Temperaturen um die 100°C durchaus aus. Praktische Erfahrung, anyone?

Ein Kommentar

  1. Goja
    Geschrieben am 21. September 2010 um 12:58 | Permalink

    Ich hab zwar wenig Erfahrung beim Garn entwirren, dafür aber um so mehr beim Kabel entwirren. Praktisch ist das ja fast das gleiche. 😉 Also es hilft ungemein wenn die Enden fixiert werden. Sobald ein Ende sich aus versehen durch irgendeine Schlaufe zieht ist es quasi „vorbei“. Wenn es schon passiert ist, versuche ich immer den größten Teil, der noch ordentlich ist, zu retten und der verknotete Teil wird abgeschnitten. Zack, bumm, fertig! Aufdröseln mach ich nur noch wenn es das wirklich Wert ist.