Wie ich einen SCSI-Scanner zum Laufen brachte

Das Vorhaben hatte ich ja bereits erwähnt: Ich habe da noch einen uralten Scanner rumstehen, einen CanonScan 300. Eine SCSI-Karte habe ich beim Kauf gleich in den Bastelrechner in den Computer geschraubt, in lang vergangenen Windows-Zeiten hatte ich den Scanner auch mal am Laufen. Daher weiß ich, daß er im Prinzip funktioniert. Die superirretolle Bildqualität liefert er nicht, doch um ab und zu mal ein Dokument zu scannen, sollte es reichen. Nur unter Linux habe ich ihn bisher noch nicht zum Laufen gebracht. Laut sane-project.org wird er von SANE gut unterstützt. Doch mein System fand ihn nicht! SANE gab jedenfalls, obwohl der Scanner schon beim Boot eingeschaltet war, diese Fehlermeldung aus:

SANE findet keinen Scanner

Das kanns ja wohl nicht sein, dachte ich. Was unter Windows funktioniert hat, werde ich doch unter Debian auch zum Laufen kriegen. Ich habe mich dann einmal diesen Artikel im ubuntuusers-wiki ausführlich studiert. In einem root-Terminal habe ich das folgende eingegeben: sane-find-scanner -p und der Computer antwortete mit einer ziemlich langen Ausgabe, von der die relevanten Zeilen lauten: found SCSI scanner "CANON IX-03035B 2.01" at /dev/sg1 # Your SCSI scanner was detected. It may or may not be supported by SANE. Try # scanimage -L and read the backend's manpage.

In dem Fall habe ich gleich mal, wie in der Ausgabe empfohlen, weitergemacht mit scanimage -L. Das gab aus: No scanners were identified. If you were expecting something different, check that the scanner is plugged in, turned on and detected by the sane-find-scanner tool (if appropriate). Please read the documentation which came with this software (README, FAQ, manpages).

Hrmpf. So weit, so schlecht. Aber der Ubuntuusers-Artikel brachte mich auf die Idee, daß es daran liegen könnte, daß das System den Scanner gar nicht unter /dev/sg1 sucht, sondern unter /dev/scanner. Also habe ich mir die Datei /etc/sane.d/umax.conf angeguckt. Richtig. Eine Kopie von der Datei gemacht (für den Fall, daß ich mit den Änderungen was kaputtspiele) und /dev/scanner durch /dev/sg1 ersetzt und wie im Artikel angegeben, eine udev-Regel angelegt.

scanimage gab noch immer aus, es werde kein Scanner gefunden. Narf!!!einseinself!!1!

Dann sah ich mir mal an, was im Verzeichnis /etc/sane.de alles rumliegt. Eine ganze Menge. Und natürlich hat wohl die umax.conf keinen Einfluß, wenn das Verhalten des Scanners von der canon.conf bestimmt wird, also angesehen, was dort steht: #canon.conf /dev/scanner

/dev/sg0

A-ha. Wenn mein Scanner an /dev/sg1 hängt, kann das ja nicht funktionieren so. Also habe ich abermals ein Backup der Datei angelegt, /dev/sg1 an die Datei angehängt und vor /dev/scanner einfach ein # gesetzt. Nun gibt scanimage -L folgendes aus: device `canon:/dev/sg1' is a CANON IX-03035B flatbed scanner

Jetzt läßt sich auch xsane starten. Erster Scan gefällig? Das war zufällig zur Hand: erster Scan mit dem CanoScan 300

Yeah! Ein großer Punkt von meiner Liste ist damit erledigt.

3 Kommentare

  1. John
    Geschrieben am 25. September 2010 um 20:19 | Permalink

    Leichter Blau-Stich? ^^

  2. ryuu
    Geschrieben am 25. September 2010 um 20:24 | Permalink

    Äh, nee, die Karteikarte IST tatsächlich himmelblau. OK, es kommt da dank Farbverbesserung von SANE blauer raus, als es ist – aber das kriege ich schon noch raus, wie da die optimalen Einstellungen sind.

  3. John
    Geschrieben am 27. September 2010 um 06:55 | Permalink

    Okay, himmelblaue Karteikarten passten spontan nicht in mein Weltbild 😀