Welche Minimalhardware fürs Homerecording?

So, es ist soweit: Es gibt ein Projekt, für das ich nächstes Jahr gerne mal ein bißchen Musik aufnehmen möchte. Selbstgesungen und –geklampft. (Die Details folgen später, wenn ich nicht mehr soviel Schiß vor meiner eigenen Courage habe und mir nicht mehr vorkomme wie jemand, der nur große Rosinen im Sack hat, aber das Ganze dann nicht umsetzt.) Die Frage, mit der ich mich dabei rumplage, ist: Welche Hardware ist für mein Projekt sinnvoll?


Bild: sxc.hu

Es soll da hauptsächlich um Stimme und Gitarre gehen, also zu 99% unplugged. Nur 99%, weil: Der Teufel ist ja bekanntlich ein Eichhörnchen, und wenn ich erstmal ein Setup habe, das funzt, wenn die Inspiration da ist (und ich nicht erstmal eine halbe Stunde troubleshooten muß – was mir das Thema MIDI bisher verleidet hat), dann garantiere ich nicht dafür, daß ich mich nicht doch noch an das Thema MIDI, VST/LADSPA und Synthesizer ran wage. Wahrscheinlich kann ich mehr als grundlegende Tonverarbeitung jedoch eh vergessen: Sowohl das Büchlein als auch nidhoeggr sind nicht so sonderlich üppig ausgestattet mit Prozessor und RAM. Speicherplatz ist in Gestalt meines 1-TB-Briketts reichlich vorhanden. Eine olle Soundkarte (Creative Labs Soundblaster 128PCI) liegt bei mir noch herum, ich werde mal probieren, die einzubauen, zweifle aber daran, daß das was bringt – ob ich da nicht genauso gut mein Glück mit dem Onboard-Sound von nidhoeggr versuchen kann? In Recording-Hardware investieren muß ich auf jeden Fall. Und halbherzige Provisorien gehen da gar nicht, denn für jede künstlerische Produktion gilt bei mir: meine Inspiration fühlt sich von ungeeignetem Werkzeug beleidigt. Was nicht heißt, daß ich mir keine Low-Budget-Lösung vorstellen kann (denn: Low Budget ist nicht notwendigerweise mit halbherzigem Provisorium gleichzusetzen), aber: Es muß Freude machen, damit zu arbeiten, dann wird das auch was mit meiner Kreativität.

Auch meine Stimme stellt besondere Anforderungen. So ein ausgebildeter klassischer Sopran entfaltet Frequenzen, Schalldrücke und einen Dynamikumfang, mit denen nicht jedes Setup klarkommt – in meinen Bandzeiten trieb ich reihenweise Tonmenschen in den Wahnsinn. Ich zweifle also, ob es damit getan ist, einfach das nächste Billigmikro anzustöpseln, Audacity anzuschmeißen und loszuträllern.
Eine Alternative, die ich gar nicht mal so unsexy finde, wäre ein “Tonstudio für die Hemdtasche”, sprich ein dezidiertes standalone-Recording-Gerät. Mehrspur-Aufnahmegeräte sind zwar etwas über meinem Budget, aber ach, *gimps*… Von anderer Seite wurde mir empfohlen, ein USB-Mikrofon zu verwenden, bzw. zwei für Stereo. Ich erwog auch schon eine externe Soundkarte. Aaah, so viele Möglichkeiten! Es muß nicht nach Profi-Tonstudio klingen, aber für Halbherzigkeiten und Providurien habe ich dann doch keine Nerven.

Vielleicht lesen hier ja Podcast- oder Musikproduzierende mit, die mal über ihr Setup – Hardware wie Software – plaudern wollen?

5 Kommentare

  1. Goja
    Geschrieben am 12. Dezember 2010 um 22:12 | Permalink

    Achja, die Vorzüge dieser Handgeräte, die alles in sich vereinen, klingen erstmal verlockend. Aber dann sind da die horrenden Preise, dazu kommt das einige der Geräte nur in proprietären Formaten aufzeichnen. Das klingt dann für mich nicht mehr so toll.

    Wenn die Soundkarte nicht knistert, brummt oder rauscht, würd ich sie schonmal engagieren. In dem Fall daß die doch Spirenzien macht, kann ein einfacher USB-Audio Adapter (USB Soundkarte) für unter 10€ ein sehr viel besseres Ergebnis bringen. Dank USB-Audio Classe auch unter Linux und AmigaOS ohne Probleme.

    Dazu noch ein wenig Abstand zum Computer, damit das rauschen der Lüfter nicht aufgezeichnet wird.

    Fehlt nur noch das Mikro. Nur an der Stelle sitze ich auch gerade fest. Ich hab mal irgendwann in den 90ern ein Stereo Ansteck-Micro gekauft, (zum Videofilmen) was immer noch gut genug funktioniert. Aber ich hätte auch schon gerne was schönes neues.

  2. ryuu
    Geschrieben am 13. Dezember 2010 um 12:01 | Permalink

    Ja, daß so ein Gerät nicht von vornherein nur in ein proprietäres und verlustbehaftetes Format aufzeichnet, ist mir schon wichtig. Also zumindest eine Option, als .wav aufzunehmen, sollte dabei sein. Der horrende Preis… nun, für ein wirklich brauchbares Mikrofon blättere ich auch was hin… Gutes Werkzeug darf was kosten. Wenn es dann was ist, was ich öfter mal verwende und was mich Jahre und Jahre begleitet, wie es auch meine Musikinstrumente tun, ist das OK.

  3. Musik am Computer
    Geschrieben am 25. Februar 2011 um 10:15 | Permalink

    Ich kann dir da glaube ich nur bedingt helfen, da ich mittlerweile fast nur noch mit MIDI arbeite (vielleicht hast du deine optimale Lösung ja auch bereits gefunden 😉 ). Was ich dir auf jeden Fall empfehlen kann ist ein Mischpult (oder ein anderer Vorverstärker), da normale Mikros soweit ich weiß nicht vorverstärkt sind. Ich erinnere mich nämlich noch genau an mein damaliges Problem, als ich meine erste externe Soundkarte (E-MU PatchMix DSP) im PC vebaut hatte, überglücklich mein Mikro anschloss und bemerken musste, dass meine Stimmfrequenz so gut wie garnicht im Computer ankam (über die 6,3mm Klinke). Dementsprechend würde ich auf jeden Fall ein USB Mikro (vorverstärkt) oder ein Mischpult (auch am besten USB für die bessere Signalübertragung) empfehlen. Von einem kleinen externen Aufnahmegerät für die Westentasche halte ich persönlich nicht soviel, da man hier evtl. mit verstärkten Umgebungsgeräuschen rechnen muss (hier habe ich jedoch keinerlei Erfahrungen). Meine persönliche Empfehlung ist ein USB-Mischpult mit eingebauter Soundkarte (gibt es schon für unter 150 Euro) mit dem Computer zu verbauen, da sich dieses sehr leicht installieren lässt und wirklich gute Klangergebnisse liefert. In Bezug aufs Mikrofon kann ich dir nicht viel weiterhelfen, da ich selbst nur ein günstiges NoName Mikro verwende (aber voll und ganz damit zufrieden bin). Aber falls du dir ein Mischpult gekauft hast, benutze auf jeden Fall ein XLR-Kabel, um das Mischpult mit dem Mikro zu verbinden, da XLR meiner Meinung nach ein besseres Signal überträgt als Klinke. Hoffe jedenfalls, dass ich weiterhelfen konnte 🙂

  4. ryuu
    Geschrieben am 25. Februar 2011 um 10:34 | Permalink

    Hallo,

    mit einem Blick auf meine neueren Artikel hättest Du festgestellt, daß ich mich bereits für eine andere Lösung entschieden habe. Aber danke für den Input 🙂 Mit Umgebungsgeräuschen gibt’s bei meinem H4 kein Problem. OK, meine Bude ist recht ruhig, aber auch der gelegentlich mal brummende Kühlschrank ist noch auf keiner Aufnahme mit zu hören.

  5. Geschrieben am 25. Februar 2011 um 13:10 | Permalink

    Okay 😉 Habe es dann im nachhinein auch gelesen, aber es kribbelte mir einfach in den Fingern ;D So wie du es beschreibst, scheint so ein mobiler Audiorekorder ja wirklich super zu sein. Evtl. lege ich mir auch so einen zu, damit ich meinen Flügel in guter Qualität aufnehmen kann. Insofern muss ich dir wohl für die „Qualitätsinformation“ über den H4 danken.. 🙂 Gruß Chris