Ausprobiert: LMDE – Linux Mint Debian Edition

Ich bin ja versucht, mein Netbook einmal mit einem neuen Betriebssystem zu versehen, bzw. wenistens das dort werkelnde Ubuntu neu zu installieren. Auch auf dem Bastelrechner wird das Debian Stable nicht ewig bleiben. Langsam aber sicher wird es mir wichtiger, mit aktueller Software zu arbeiten; doch auf dem Desktop wird das nächste Upgrade dann wohl eher ein Debian Testing. Ob da nicht noch ein anderes System zum Frickeln oder eins für Multimediazwecke dazu kommt, ist noch nicht entschieden.
Für das Büchlein halte ich jedoch mittlerweile die Augen nach einem neuen Brot-und-Butter-Linux offen. Ein Kandidat, den ich letzthin probiert habe, ist Linux Mint Debian Edition, kurz LMDE.

So sieht’s aus:

Und so auf dem größeren Bildschirm:

Mein Eindruck: Das Ganze bedient sich sehr flott. Der modifizierte Gnome 2-Desktop gefällt mir gut (auch wenn mein Eindruck von Gnome 3 ja sehr positiv ist). Meinem Eindruck nach ist alles vorhanden, was ich auf einem Linux haben will. Mir gefällt auch sehr gut, daß LMDE ein Rolling Release auf der Basis von Debian Testing ist, d.h. es gibt keine großen Versionssprünge und ich arbeite mit recht aktueller, aber trotzdem halbwegs stabiler Software und kann (wenn ich das richtig verstehe) auch direkt auf Debian-Paketquellen zurückgreifen. Dadurch steht mir eine sehr große Softwareauswahl zur Verfügung.
Nur mit dem Minzgrün in der Grafik muß $mensch leben können. Das macht mir persönlich jetzt aber nicht sooo irre viel und läßt sich, denke ich, ggf. auch so zurechthacken, daß ich es mag.

Was ich vor einer Neuinstallation noch klarkriegen muß, ist meine Homestudio-Situation, will sagen: Brauche ich eine Multimediadistribution mit Lowlatency-Kernel auf meinem Netbook? Aber dazu ein andermal mehr.

6 Kommentare

  1. Geschrieben am 13. September 2011 um 23:05 | Permalink

    Für ein Homestudio kann ich nur einen RT-Kernel empfehlen. Dazu das Verwenden von Jack als Soundserver und als einzige mir zu Ohren gekommene, gut funktionierende Distri AV Linux. LMDE kenn ich nicht, ist interessant, dass die jetzt Abstand von Ubuntu nehmen. Naja, Ubuntu schwächelt leider von Release zu Release. Schade.

    Ich selbst hab ein Debian-Squeeze am Laufen. Ist mein Lieblingssystem, ich brauch nichts anderes. Und ich arbeite als Musiker auf diesem System. Vielleicht hilft Dir für Debian diese Anleitung weiter:

    http://wiki.debianforum.de/Installation_eines_Tonstudios

    Von Ubuntustudio würde ich übrigens eher abraten. Man liest in den Foren von viel zu vielen Frickeleien.

    Grüße, Markus aka Musix

  2. ryuu
    Geschrieben am 14. September 2011 um 17:48 | Permalink

    Hallo Markus!

    Danke erstmal für den Kommentar. Nun ja, mit UbuntuStudio, bzw. über ein normales Ubuntu installierten Ubuntustudio-Metapaketen war ich bisher für meine bescheidenen Bedürfnisse (siehe meine FAWM-Artikel) ziemlich zufrieden. Daß ich ansonsten Blicke über den Ubuntu-Tellerrand hinaus werfe, hat mehr damit zu tun, daß Ubuntu und ich uns wohl allgemein auseinanderentwickeln.

    Daß Linux Mint sich allgemein von Ubuntu distanziert, ist auch so nicht korrekt, es gibt eben nur diesen Debian-Zweig neben dem ’normalen‘ Mint, das auf Ubuntu aufbaut.

    Das mit dem Debian-basierten Tonstudio werde ich mir noch einmal in Ruhe ansehen und ggf. auch mal testen.

  3. Geschrieben am 18. September 2011 um 21:08 | Permalink

    Wenn Du nicht professionell mit Musik arbeitest wäre AV Linux wahrscheinlich tatsächlich erste Wahl. Da ist wirklich alles vorinstalliert, was man braucht. Und man merkt, dass diese Distribuation von einem Musiker und nicht einem Programmierer gemacht ist. Und es basiert direkt auf Debian 🙂

    Dein Studio direkt auf Debian aufzubauen bedeutet allerdings, dass Du Dich mit der Konsole anfreunden musst. Ich hab diesen Schritt getan und komme seither immer mehr von allen möglichen guis weg. Außerdem bietet die Konsole letztlich wesentlich mehr Möglichkeiten. Naja …

    Ausprobieren kann mans natürlich trotzdem 🙂

    Grüße, Markus aka Musix

  4. ryuu
    Geschrieben am 19. September 2011 um 13:35 | Permalink

    Auf welchem Debian-Zweig basiert AV Linux denn? Stable oder Testing? Was die Konsole angeht, predigst Du zu den Bekehrten.

  5. Geschrieben am 20. September 2011 um 15:46 | Permalink

    ok, alles klar, so konsolenmäßig 🙂

    Ich weiß leider nicht, worauf AV Linux basiert, ob nun testing oder stable. Ich habe noch testing im Kopf, ich will es aber nicht beschwören. Hier ein Link zur AV-Seite:

    http://www.bandshed.net/AVLinux.html

    oder hier in deutsch was zu AV:

    http://www.bitblokes.de/2011/06/av-linux-5-0-mit-vielen-audio-und-video-applikationen/

    Es beinhaltet auf jeden Fall den letzten auf RT kompilierten Kernel 2.6.39. Vielleicht bringt Dir das ja was. Hab allerdings gelesen, dass der Macher von AV schwächelt – im Sinne von: was bringt mir das eigentlich, so eine eigene Distro. Naja, deshalb setz ich auf Debian. Es gibt schon zuviele Spezialdistris, die mit viel Euphorie und guter Qualität anfangen und dann nach 3-4 Jahren in der Versenkung verschwinden. Da hab ich keine Lust drauf, lieber direkt Debian.

    Musikalische Grüße

    Markus aka Musix

    PS hab einen Artikel über das RT-Kernel-Kompilieren für den Audiobereich geschrieben. Ich dachte, das könnte Dich interessieren. Ist grad heute fertig geworden: http://wiki.debianforum.de/Realtime_Kernel

  6. Detlef
    Geschrieben am 14. Mai 2012 um 11:11 | Permalink

    Hier mein Komentar zu LMDE! Ich bin absoluter debian-User, aber! Leider ist meine Vorhandene Hardware (Netzwerk) nicht sehr Linuxfreundlich, war mal ein Windows-Rechenknecht. Bei Debian ging da selbst nach Eigener Frikelei nichts, so das ich nun entschlossen war, Linux Mint LMDE auszuprobieren. Mein Fazit: Damit kann ich leben! Es ist, wie ich es von einem Debian erwate, und dennoch aktuell!-)