Songwritertalk: Wenn ein Song auf dem Griffbrett entsteht

Tja, das ist manchmal schon erstaunlich, wie einem ein Instrument ganz spezifisch zuarbeiten kann… Dank eines guten Tips von Duke bezüglich Barrégriff-Üben habe ich in den letzten Wochen eine ganz neue Motivation zum Gitarre-Üben. Noch wollen die Barrégriffe nicht so richtig, und das wird von der Tendenz her auch eine Sache sein, die mich noch lange beschäftigen wird. Kraft und Beweglichkeit meiner linken Hand sind einfach noch nicht da, wo sie sein sollten. Deshalb mache ich aus der Not eine Tugend und verwende öfter mal offene Akkorde (und die Barrés, die schon gehen) – und ich erkunde die Welt jenseits von simplen Dur- und Mollakkorden.

Das ist schon erstaunlich, wie anders die in der Singer-Songwriter-Mucke, die ich derzeit schreibe, dissonante Akkorde wirken – wie sehr ich die geradezu brauche, damit die Harmonien Farbe und Atmosphäre bekommen.
Und noch ein erstaunliches Phänomen: Da suchte ich nach einer harmonischen Idee für einen Songtext und dann flog mir auf einmal beim Griffe-Üben vollkommen anstrengungslos eine großartige Akkordfolge zu – die sich ganz organisch aus dem Greifen heraus ergab. Die paßt sogar perfekt zu der Strophenstruktur, die ich im Kopf habe. Etwas, das mir beim Komponieren für a cappella-Geschichten gar nicht passieren kann und auf dem Klavier ist mir das so auch nie geschehen.

Überhaupt war das mit dem Songschreiben etwas, was die letzten Wochen brach lag, teilweise mangels Zeit, teilweise konnte ich mich einfach nicht überwinden, mich ranzusetzen (ja, gerade so kreative Sachen – oder anderes, was mir gut tut, aber Konzentration braucht – erforden so einen kleinen Schubs, bis ich mich ran mache), und jetzt fängt es wieder an, zu fließen. Das freut mich, um so mehr, als ich den Song, der da gerade entsteht, schon jetzt liebe. (Es gibt – selten – auch Lieder, die ich zwar schreibe, gegenüber denen ich aber eher indifferent bin. Bevor ein Song fertig ist, kann ich das schlecht beurteilen.)

Und mir fällt mal wieder auf, wie sehr ich das Musikmachen brauche, wie sehr es mich glücklich macht; vor allem, nicht nur von anderen komponierte Musik zu singen und zu spielen, sondern auch selbst welche zu erschaffen.

Und eigentlich muß ich mal endlich meine Steuer machen, aber um die Uhrzeit laß ich das dann doch eher sein und mach noch einen Sterneguckspaziergang. Schönen Sonntag Euch allen!

Ein Kommentar

  1. Jessica
    Geschrieben am 22. August 2012 um 10:29 | Permalink

    Hallo, ich finde selber Musik machen auch toll. Habe mich auch mal an der Gitarre versucht, aber das will noch nicht so recht…Dann muss ich halt doch mit dem Klavier weitermachen. Aber ich brauche Musik und finde es auch klasse, wenn man selbst Musik erschafft. Songtexte habe ich schon ein paar, jetzt fehlt nur noch die Musik dazu 🙂