srsly, UbuntuStudio: dafuq?

Ich habe einen neuen Rechner. Er hat recht anständige innere Werte und ist vor allem sehr schön leise. Ich hab mich für einen mit vorinstalliertem Windows entschieden, weil ich auch dann und wann mal was zocken oder mit Windows-only-Software testen will, und da ist wine leider nicht immer der Weisheit letzter Schluß. Wozu gibt es Dual Boot-Installationen.

Jetzt bin ich ein paar Wochen mit Windows durch die Gegend gegurkt und stellte mal wieder fest, was ich an Ubuntu habe. Das Netbook wurde in dieser Zeit rege genutzt, vor allem fürs Musikmachen – allen hardwarebedingten Einschränkungen zum Trotz!

Vor einer Woche faßte ich mir schon mal ein Herz und versuchte UbuntuStudio 12.04 zu installieren (praktisch, daß das eine LTS-Version ist), und der erste Versuch scheiterte an einer offenkundig nicht korrekt gebrannten Installations-DVD. So weit, so doof. DVD nochmal runtergeladen, gebrannt, mir heute nochmal Zeit genommen zum Installieren: paßt, wackelt, hat Luft. Dem ersten Eindruck nach zumindest. OK, ich müßte die Bootreihenfolge der Festplatten im BIOS umstellen, wenn ich nicht bei jedem Boot hektisch F8 drücken und die Festplatte manuell auswählen will, damit nicht automatisch Windows bootet (das Windows ist auf einer anderen Platte). Aber soweit auf den ersten Blick allet schick.

Dummerweise hatte ich bei der Partitionierung einen Fehler gemacht: Ich habe den ultrabequemen grafischen Installer genommen. Die Angaben des Installers beim Punkt Partitionierung waren mißverständlich – ich kam mit einer winzig kleinen Partion für meine Linux-Installation raus, wie ich mit einem df- H feststellte:

Dateisystem         Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
/dev/sdb6             58G    5,4G   50G   10% /
udev                 3,2G    4,1k  3,2G    1% /dev
tmpfs                1,3G    910k  1,3G    1% /run
none                 5,3M       0  5,3M    0% /run/lock
none                 3,2G    177k  3,2G    1% /run/shm
/home/ryuu/.Private   58G    5,4G   50G   10% /home/ryuu

Eigentlich ist die Platte nämlich 1TB fett. Daß da was hinten und vorne nicht stimmt, auch wenn ich einrechne, daß die Partitionierung einen Teil frei läßt, ist sofort zu sehen. Also mal sudo parted -l gemacht:

Modell: ATA WDC WD10EARX-00N (scsi)
Festplatte  /dev/sdb:  1000GB
Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/4096B
Partitionstabelle: msdos

Nummer Anfang Ende Größe Typ Dateisystem Flags 1 1049kB 936GB 936GB primary ntfs boot 2 936GB 1000GB 64,3GB extended 6 936GB 994GB 57,8GB logical ext4 5 994GB 1000GB 6423MB logical

Modell: ATA WDC WD10EARX-00N (scsi) Festplatte /dev/sdb: 1953525168s Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/4096B Partitionstabelle: msdos

Nummer Anfang Ende Größe Typ Dateisystem Flags 63s 2047s 1985s Freier Platz 1 2048s 1827994299s 1827992252s primary ntfs boot 1827994300s 1827995645s 1346s Freier Platz 2 1827995646s 1953523711s 125528066s extended 6 1827995648s 1940979711s 112984064s logical ext4 5 1940979712s 1953523711s 12544000s logical 1953523712s 1953525167s 1456s Freier Platz

SRSLY WTF?!?

Das kann so nicht bleiben. Wenn ich schon eine üppige Festplatte habe, dann will ich die auch komfortabel nutzen können und nicht immer erst als Volume einhängen und mich mit anschließend mit sonstwas für Dateipfaden rumärgern müssen.

Lektion daraus: trau keinem automatischen Installer, wenn Du es manuell kannst – und ich kann’s, ich war bloß zu bequem dazu, weil ich nämlich eigentlich keine Lust zum Installieren habe. Nur Lust, auf geiler Hardware auch ein Betriebssystem zu benutzen, mit dem ich gut klarkomme.

Und was mach ich jetzt? Schnapp‘ ich mir Parted Magic und versuche die /home-Partition nachträglich zu vergrößern (und riskiere dabei, daß ich eh alles von vorn machen muß)? Fahr‘ ich die Festplatte gleich platt und installiere von vorne? Irgendwie alles meh, ich geh mir jetzt ein Bier holen und laß es für heute gut sein.

2 Kommentare

  1. Geschrieben am 8. September 2012 um 22:26 | Permalink

    Am liebsten nutze ich den Alternate-Installer [1] bei Ubuntu. Der hat eine minimalistische Menüführung und ist auf den anderen ttys sehr gesprächig über die Schritte, die er gerade bearbeitet. Falls mal was hängt, kann man damit schnell und bequem fixen. Im Gegensatz zum grafischen Installer ist mir der Alternate noch nie abgeraucht.

    Bei der Partitionsverteilung würde ich das einfach mit gparted von einer Live-CD wie UbuntuStudio so sortieren, wie es gewünscht ist und danach die fstab anpassen. Das dürfte reichen.

    Ich drück Dir die Daumen, dass sich der Aufwand lohnt und Du mit UbuntuStudio glücklich wirst. 🙂

    [1] http://wiki.ubuntuusers.de/Alternate_Installation

  2. ryuu
    Geschrieben am 9. September 2012 um 23:07 | Permalink

    Danke! Werde ich mal ausprobieren… Hast Du zufällig irgendwo eine detaillierte Anleitung zum Anpassen der fstab?