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		<title>Eine Utopie: Ein Tag ohne Heterosexismus</title>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 13:32:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gestern war der internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. kleinerdrei hat anlässlich dieses Tages die Aidshilfe Münster e.v. interviewt, die in ihrer Aktion #prohomo dazu aufgerufen hat, positive Erfahrungen mit Homosexualität und Homosexuellen zu twittern. Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, warum ich diese Aktion eher nur so mittelgut finde (dazu haben andere [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war der internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. <a href="http://kleinerdrei.org/2013/05/versuchen-ein-zeichen-zu-setzen/">kleinerdrei</a> hat anlässlich dieses Tages die Aidshilfe Münster e.v. interviewt, die in ihrer Aktion #prohomo dazu aufgerufen hat, positive Erfahrungen mit Homosexualität und Homosexuellen zu twittern.</p>

<p>Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, warum ich diese Aktion eher nur so mittelgut finde (<a href="https://twitter.com/search/realtime?q=%23prohomo&#038;src=typd">dazu haben andere schon genug gesagt</a>), eher meinen Gegenentwurf zeigen. Mich juckt es bei sowas nämlich immer, zu versuchen, mir vorzustellen, wie denn eine Welt ohne Heterosexismus aussehen könnte &#8211; an einem ganz normalen Tag; wie sich das in meinem alltäglichen Leben manifestieren könnte.</p>

<p>Die Verflechtung von Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit mit anderen Machtverhältnissen habe ich außer Acht gelassen &#8211; sonst muß ich meine Vorstellungskraft mehr anspannen, als ich das in so einem kurzen Text könnte.</p>

<p>Also, hier geht&#8217;s los: In einem Paralleluniversum. Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit sind ausgestorben &#8211; vielleicht als &#8220;ja, früher mal, da gab es sowas &#8230;&#8221; noch präsent. So könnte ein ganz normaler Samstag ablaufen (die beschriebenen Ereignisse und Personen sind rein fiktional):</p>

<h2>Ein ganz gewöhnlicher Samstag</h2>

<p>Gestern haben wir im Betrieb eine kleine Grillparty veranstaltet. Der ganze Betrieb war da, auch ein paar Geschäftspartner, und meine Kollegin Julia hat nicht nur ihre Partnerin Antonia, sondern auch ihren neuen Freund Marcus mitgebracht &#8211; keine Pointe hier. Und mei, hat die Einkäuferin eines unserer Partnerunternehmen mit mir geflirtet.</p>

<p>Heute habe ich ausgeschlafen, ich stehe morgens auf und mache mir in aller Ruhe einen Kaffee. <span id="more-3515"></span>Ich mache den Fernseher an, um beim Frühstück Nachrichten zu gucken. Ein Bericht zeigt eine prunkvolle Hochzeitszeremonie, zwei Männer in Uniformen vor einem Altar in einer Kirche; stimmt ja, der spanische Prinz hat gestern geheiratet; bestimmt werden diverse Boulevardzeitschriften jedes Detail der Festlichkeiten untersuchen (ohne sich über den Mangel an Brautkleidern zu beklagen). Bilder aus Uganda: Dort wird heute mit einer festlichen Parade der Abschaffung der Kriminalisierung von Homosexualität vor über 10 Jahren gedacht. Päpstin Beatrix II. hat in einer Predigt um Vergebung für das Leid gebeten, das die Katholische Kirche durch ihre feindselige Haltung gegenüber Homo- und Transsexuellen verursacht hat, und eine historische Aufarbeitung angekündigt.</p>

<p>Auf meiner Agenda steht heute, mir Gedanken um ein Ritual zu machen &#8211; beim Heidenstammtisch, den ich jeden Monat besuche, hat mich mein&#95;e Freund&#95;in Jana, über die ich erst seit kurzem mit weiblichen Pronomina spreche, gebeten, an einer heidnischen Zeremonie mitzuwirken, die dazu dienen soll, ihre Transition auf einer religiösen Ebene zu würdigen. Sie rechnet damit, daß das für die gesamte Ritualgruppe ein freudiges Ereignis ist und käme nicht auf den Gedanken, daß irgendjemand das unnatürlich fände oder der Meinung ist, daß das kein Thema ist, das rituell gewürdigt werden sollte.<br />
Selbstverständlich finde ich leicht Bücher und Internetseiten, wo ich Anregungen für die Gestaltung eines solchen Rituals finde. Auch Jana hat sich schon belesen, da sie ja leicht an diese Informationen gekommen ist, und mir schon ein paar Vorschläge gemacht. Ich chatte mit der ad hoc zusammengestellten Gruppe von Leuten, die die Zeremonie gestalten wird, um das Fest zu organisieren und den Ablauf des Rituals festzulegen.</p>

<p>Zwischendrin telefoniere ich mit meiner 17jährigen Freundin Devi. Sie absolviert eine Berufsausbildung als Krankenpflegerin. In ihrem Ausbildungs-Krankenhaus wird nicht angenommen, daß jede&#95;r Patient&#95;in hetero ist (was sich z.B. darin niederschlägt, daß nicht jede&#95;r Person mit einem Körper, der als weiblich gelesen wird, unterstellt wird, sie müsse irgendeine Form von Empfängnisverhütung anwenden), überhaupt sexuelle Beziehungen hat, in Familienverhältnissen lebt; der gebrechliche 92jährige, mit dem sie nachmittags einen kurzen Spaziergang macht, erzählt gerne von den glücklichen Zeiten mit seinem verstorbenen Partner.</p>

<p>Im Sexualkundeunterricht in Devis Schule wurde zwar das Thema &#8220;Schwanger werden&#8221; behandelt &#8211; aber als einer von vielen Aspekten. Es besteht bei keiner&#95;keinem ein Zweifel daran, daß Sex in jeder Kombination von Geschlechtern stattfinden kann.<br />
&#8220;Schwul&#8221; und &#8220;lesbisch&#8221; dienen nicht mehr als Beleidigungen &#8211; und wenn Schüler&#95;innen damit konfrontiert werden, daß das früher so war, finden sie das absurd.</p>

<p>Nachmittags verfolge ich auf NASA TV die übliche Zusammenfassung der Pre-Launch-Aktivitäten vor dem Start einer bemannten Rakete von Baikonur: Vor dem Launch von Expedition 39 verabschiedet sich Roskosmos-Kosmonautin Alexandra Nikolajevna Soboleva von ihrer Frau. Ihr fünfjähriger Sohn hat nach alter russischer Raumfahrttradition das Spielzeug ausgesucht, das als Zero-G-Indikator in der Soyuz-Kapsel hängt &#8211; ein Plüsch-Pinkie Pie aus der Serie &#8220;My little Pony&#8221;.</p>

<p>Für den Abend habe ich mich verabredet: Ich gehe mit ein paar Leuten ins Kino. Wir werden einen Actionfilm gucken &#8211; und wir wären überhaupt nicht überrascht, wenn das <em>love interest</em> des männlichen Helden männlich ist. Ein paar Freund&#95;innen, die auf femmes stehen, fanden es schade, daß die interessanteren Frauenrollen im Team des Helden eher butch sind, aber genug Geballer, Herumgefliege und so gleichen das für mich aus.</p>

<p>Ich mache mich ein bißchen hübsch dafür. Einfach, weil es mir Spaß macht. Ein Rock, hübsche Schuhe, Make Up, eine etwas aufwendigere Flechtfrisur. Niemand wird mir deshalb Heterosexualität unterstellen, und wenn ich auf die Idee kommen sollte, nachher noch in die Lesbenszene zu gehen (die sich auflöst, weil die Strukturen wegfallen, die früher einen Raum notwendig gemacht haben, wo Homos unter sich waren), werde ich mich nicht fehl am Platz fühlen.</p>

<p>Nach dem Kino gehe ich entspannt nach hause, händchenhaltend mit einer meiner Lieben. Wir sind ein bißchen albern, und wir müssen uns überhaupt keine Sorgen machen &#8211; auch wenn jede von uns allein eine dunkle Nebenstraße entlangginge. Wir können die schöne laue Frühlingsnacht genießen. Niemand wird unsere Körper oder unsere Kleider ungefragt kommentieren oder sich dafür interessieren, ob wir nun zusammen sind oder nicht.</p>

<p>Zuhause fühle ich mich noch aufgedreht. Ich mache den Computer an und zocke noch ein bißchen mein liebstes <acronym title="Massively Multiplayer Online Role Playing Game">MMORPG</acronym>. Heute ist mir nach meiner Orkhexe. Beim Charakter-Erschaffen hatte ich einen großen Fundus an Möglichkeiten, wie mein Charakter aussehen soll, von ganz schlank bis massig, groß oder kurzgeraten, helle oder dunkle Haut. Bei meiner Orkin hatte ich Spaß daran, sie eher butch aussehen zu lassen. Kurzes Haar, ein Gesicht mit sehr markanten Zügen, breite Schultern, klobige Stiefel, massige Statur. Sie trägt eine Lederrüstung, und die ist, wie alle Rüstungen in diesem Spiel, recht realistisch gestaltet &#8211; sie würde im realen Leben tatsächlich als Rüstung funktionieren.</p>

<p>Ein paar Leute von meiner Gilde sind auch online. Keinen Augenblick habe ich mir Gedanken machen müssen, ob ich mich als Frau zu erkennen gebe, ob ich irgendwelches Harrassment zu befürchten habe&#8230; und ich kann mich darauf verlassen, daß die anderen in meiner Gilde, die Gilden-Admins, im schlimmsten Fall auch die Leute unverzüglich und entschieden einschreiten werden, wenn irgend etwas &#42;istisches passiert. Und im Spiel war von vornherein die Möglichkeit eingebaut, daß alle Charaktere miteinander romantisch involviert sein können.<br />
Im Teamspeak werde ich freudig begrüßt, und wir ziehen los, um eine Queste zu lösen. Danach verabschiede ich mich und falle ins Bett. War das ein toller Tag.</p>
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		<title>Adventures in bra fitting part I, oder: Noch ein BH-Rant.</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 19:43:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich kann gerade nicht sprechen und auch nichts anstrengendes oder nutzbrigendes tun und schon gar nicht rausgehen oder mit Leuten zusammen sein, weil ich seit einer guten Woche an einer fiesen Angina/Halsentzündung laboriere. Hoffentlich schlägt bald mal das Antibiotikum, das ich jetzt erneut nehmen muß, an&#8230; also blogge ich. Vor drei Jahren lamentierte ich hier [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann gerade nicht sprechen und auch nichts anstrengendes oder nutzbrigendes tun und schon gar nicht rausgehen oder mit Leuten zusammen sein, weil ich seit einer guten Woche an einer fiesen Angina/Halsentzündung laboriere. Hoffentlich schlägt bald mal das Antibiotikum, das ich jetzt erneut nehmen muß, an&#8230; also blogge ich.</p>

<p>Vor drei Jahren <a href="http://ryuu.de/2010/05/dessousdesaster/">lamentierte ich hier</a> schon mal über das, was mir am BH-Kaufen so wenig Spaß macht. Und jetzt das:</p>

<p>Über Twitter stieß ich letztens auf <a href="http://beta.paranoire-design.com/">paranoire</a>, die ein paar BH-Größen-Beratungen dokumentiert hat &#8211; und als ich die Vorher/Nachher-Bilder sah, wurde mir bewußt: Ja, auch ich habe möglicherweise ein BH-Paßformproblem! <span id="more-3510"></span>Nach ein wenig Lektüre weiß ich, daß ein weit verbreiteter Fehler bei der BH-Auswahl ist, daß das Unterbrustband zu lang ist (also zu locker sitzt) und die Körbchen zu klein gewählt werden.</p>

<p>Da ich ohnehin dringend mal die verschlissenen BHs in meinem Kleiderschrank ersetzen müßte (BHs kaufen ist wie fast alles Kleidungkaufen für mich eher unlustbesetzt), dachte ich mir: OK, beim nächsten Mal in der Dessousabteilung des Vertrauens probiere ich doch einfach mal andere Größen. Gesagt, getan&#8230;</p>

<p>&#8230; nur um eine innere Stimme sagen zu hören:</p>

<p><strong>Herzlichen Glückwunsch. Sie sind soeben aus dem engen Raster der üblicherweise im stationären Einzelhandel angebotenen Größen herausgefallen.</strong></p>

<p>Bei BHs macht sich extrem bemerkbar, was mich schon sonst bei Kleidern nervt: Die Auswahl an Größen im Einzelhandel &#8211; und zwar nicht in spezialisierten Fachgeschäften, sondern in Kaufhäusern oder bei $LADEN_MIT_BUCHSTABENKOMBINATION, wo ich bisher den Löwinnenanteil meiner Kleidung kaufe &#8211; ist sehr eingeschränkt: zwischen 75 B und 85C gibt es ein akzeptables Angebot, und trägt frau eine Allerweltsgröße, ist die auch ständig weg, weil eben alle sie tragen. A-Cups sind generell nur als verirrte Einzelexemplare zu finden, beim E-Cup ist meistens Schluß, in weniger gut sortierten Abteilungen schon bei D.</p>

<p>Ich hänge mich jetzt daran so auf, weil ich nämlich eigentlich gerne in einen Laden gehen und leicht die richtige Größe finden, vielleicht noch 2-3 Alternativen anprobieren, bezahlen und nach Hause gehen möchte&#8230; weil ich Versandhandel bei Kleidung einfach nicht mag.<br />
Zweiter Grund für mein Gemecker: ich ahne, daß viele Frauen&#42; eher ihre Körper falsch finden &#8211; Gedanken wie &#8220;Ich habe eben nicht so viel Holz vor der Hüttn&#8221; oder &#8220;Ich habe halt Hängetitten&#8221; sind auch mir nicht fremd &#8211; als zu vermuten, daß mit den verfügbaren Sachen etwas nicht stimmt.</p>

<p>Und wie ich nach der Lektüre von ein paar einschlägigen Artikeln weiß, ist D bei weitem noch keine große Cupgröße und Buchstaben- und Zahlenkombinationen sind kein Werturteil.</p>

<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong><br />
<a href="http://maedchenmannschaft.net/brueste-eine-kleine-lektion-im-bh-kaufen/">Brüste! Eine kleine Lektion im BH-Kaufen</a><br />
<a href="http://drueberunddrunter.blogspot.de/">drüber und drunter &#8211; ein BHlog</a><br />
<a href="http://www.kurvendiskussionen.at/">Kurvendiskussionen</a><br />
<a href="http://brawiki.eu/de">BraWiki</a></p>
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		<title>Lebewohl, Berlin.</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 13:09:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Abschiedsbrief Dieser Abschiedsbrief kommt etwas verspätet. Schließlich bin ich jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, schon längst ausgezogen; der Wohnungsschlüssel für die Berliner Bleibe ist abgegeben, die neue Wohnung in Freiburg angemeldet, das Blog-Impressum geändert. Nur verhalten hatte ich auf diesem Blog immer wieder die Sehnsucht nach dem Südwesten geäußert, bis zuletzt der Grund [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein Abschiedsbrief</h2>

<p>Dieser Abschiedsbrief kommt etwas verspätet. Schließlich bin ich jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, schon längst ausgezogen; der Wohnungsschlüssel für die Berliner Bleibe ist abgegeben, die neue Wohnung in Freiburg angemeldet, das Blog-Impressum geändert.</p>

<p>Nur verhalten hatte ich auf diesem Blog immer wieder die Sehnsucht nach dem Südwesten geäußert, bis zuletzt der Grund für diese Verhaltenheit wegfiel: Der Job. Gegenüber Leuten, die ich kannte, habe ich dagegen immer wieder gejammert, was mir in Berlin fehlt. So lange, daß manche zweifelten, ob das Jammern nicht eine liebe Gewohnheit geworden war und ob ich es wirklich ernst meinte mit dem Weggehen (das Problem war, wie ich rückblickend meine, ein tiefsitzendes Minderwertigkeitsgefühl in professioneller Hinsicht, das mich bewerbungstechnisch total blockierte, zusätzlich dazu, daß ich es hasse, Bewerbungen zu schreiben). Und meine Berliner Freund&#95;innen fanden es natürlich nicht toll, daß ich sie verlassen wollte.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/11767093"><img title="Alter Friedhof" alt="Alter Friedhof" src="http://u1.ipernity.com/20/70/93/11767093.861378cc.500.jpg" height="500" width="377" /></a></div>

<p>Und jetzt ist es ganz plötzlich doch was geworden mit mir und dem Südwesten. Und ich bin unendlich erleichtert. Jetzt ist ein wichtiger Schritt gemacht, der Kopf kann frei werden für so vieles, auf das ich mich nicht festlegen konnte und wollte, solange ich mich noch wider Willen in Berlin verhaftet fühlte und doch wußte, daß das auf Dauer kein Platz für mich ist.</p>

<h2>Berlin war mal richtig für mich</h2>

<p>1998 kam ich nach Berlin. Ich hatte gerade mein Gesangsstudium geschmissen und fühlte mich anti, kaputt und ziemlich negativ.<span id="more-3507"></span>Und ja, ich war postpubertär und holte Experimente nach, die ich mit 15, 16 nicht hatte machen können, die mir auch im Gesangsstudium nicht eingefallen waren. Um dieses wilde Stadtleben zu haben, nach dem mir damals war: dazu war Berlin der richtige Ort.</p>

<p>Ich hatte auf die Frauenszene gehofft, aber erst einmal entdeckte ich Gothic für mich. Und da ging Ende der Neunziger in Berlin eine Menge. Es hat was von &#8220;Alte Säcke schwärmen von früher&#8221;, wenn ich jüngeren Freund&#95;innen erzähle, wie die Donnerstagsparties im <a href="http://k17-berlin.de/">K17</a> waren, als es noch eine kleine Hinterhofdisco in der Kadiner Straße war, oder wenn mein Gesicht bei den Beschreibungen der Montagsparties im <a href="http://www.dunckerclub.de">Duncker</a> schwärmerisch wird. Ich erinnere mich an die scheintot-Parties und Nächte, in denen ich erst mit Sonnenaufgang aus dem NonTox (einem Berliner <del datetime="2013-05-18T17:02:47+00:00">Hinterhof</del>Kellerclub, den es auch nicht mehr gibt) wankte. Momente, die in der Erinnerung leuchten, aber eingebettet waren in jede Menge Konflikt und Zerrissenheit und die für mich Vergangenheit sind; Vergangenheit, weil sich bei mir was gewandelt hat, weil ich keine ganz reine Stadtpflanze mehr bin und weil meine Vorstellung von Vergnügen jetzt wesentlich andere geworden sind.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/11196767"><img title="Feuer!" alt="Feuer!" src="http://u1.ipernity.com/19/67/67/11196767.f6753e50.500.jpg" height="375" width="500" /></a></div>

<p>Zum Studieren fand ich Berlin zwischendrin auch immer wieder toll &#8211; auch wenn ich es verfluchte, daß ich für die Musikwissenschaft alle Bibliotheken der Stadt abklappern mußte, war es gut, daß sie da waren; und wenn auch einiges an der Betreuung suboptimal war, fand ich: die FU war eine tolle Uni für meine Fächer. Und meine Fächerwahl bedaure ich im Rückblick kein Stück; auf Magistra und nicht auf Lehramt studiert zu haben, genauso wenig.<br />
Studieren war anstrengend und auch von jeder Menge Drama umgeben (hauptsächlich, weil meine Realität mit jeder Menge Psychokack und prekär arbeiten ganz gewaltig mit den Vorstellungen kollidierte, die in Studienordnungen und den Köpfen von Profs standen), aber als ich endlich begriffen hatte, wie das mit der Geisteswissenschaft geht, hat es mir wirklich Freude gemacht.</p>

<h2>Was nicht (mehr) gestimmt hat</h2>

<h3>Das Lebensgefühl</h3>

<p>Da war so ein depressiver Grauschleier, der sich in den Jahren seit meinem Studienabschluß über meinen Alltag gelegt hatte, öfter begleitet von einem mal diffuseren, mal konkreteren Gefühl von Beklemmung. So ein Gefühl der ständigen gefühlten Überlastung; eine gewisse Kälte und Gleichgültigkeit, eine Apathie und vor allem eine Gehetztheit, die sich in meinen Knochen festgesetzt hat. Und doch ging ich durch meinen Alltag, als hinge ein dicker Klotz an meinem Bein; die Schultern hingen viel zu oft und der Schwung in meinem Gang war verschwunden.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/11734988"><img title="Neuköllner Sozialbauten" alt="Neuköllner Sozialbauten" src="http://u1.ipernity.com/20/49/88/11734988.afcf2016.500.jpg" height="375" width="500" /></a></div>

<h3>Kultur vs. Ressourcen</h3>

<p>Und die ganze tolle Kultur: Ich konnte sie mir nicht leisten. Trotz Angestelltengehalt (und nein, Festanstellung ist kein Garant für Wohlstand). Ich hatte nur selten Zeit für sie, auch die Situation, daß ich mich in meinem Job so unwohl fühlte, fraß eine irre Energie. Es fand wahnsinnig viel statt, aber es war dadurch auch wahnsinnig leicht, sich zu verzetteln und aufzureiben. Schon eine wöchentliche Chorprobe von 2 1/2 Stunden und zwei-drei Abende im Monat bei Stammtischen zu verbringen, fand ich viel; auch ökonomisch (und ich war meistens ziemlich sparsam), wenn ich gleichzeitig noch das Bedürfnis hatte, etwas Sport zu machen (das ist für mich mittlerweile nicht mehr optional, sondern eine notwendige Maßnahme für meine Gesundheit), regelmäßig Gesang und Gitarre zu üben und auch mal einen Abend rumzufaulenzen &#8211; oder ganz profan Reproduktionsarbeit wie Waschen und Aufräumen zu leisten, damit ich mich in meiner Haut wohl fühle.</p>

<p>Die vielen tollen LGBTQ-Sachen: Ich fühlte mich viel zu selten auch nur mitgemeint, von angesprochen ganz zu schweigen. Die Szene läßt mich bis heute eigentümlich kalt und ich verfolge mit einer Art Außensicht, was sich da tut. Vielleicht mit einem matten &#8220;Schade, daß ich jetzt gehe&#8221; angesichts der zarten Pflänzchen in puncto <em>fempowerment.</em></p>

<h3>Leben auf Abruf</h3>

<p>Seit meinem Studienabschluß war immer ein Gefühl im Hintergrund: Ich weiß nicht, was in einem halben Jahr sein wird. Unplanbarkeit, was längere Zeiträume angeht.<br />
Ja, klar kann immer was anders kommen und Leben ist das, was geschieht, während du Pläne machst. Manchmal ist es jedoch schön, längerfristige Pläne machen zu können, bei denen ich nicht ernsthaft einkalkuliere, daß sie in drei Monaten eh Makulatur sind.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/14304709"><img title="Berliner Hauptbahnhof" alt="Berliner Hauptbahnhof" src="http://u1.ipernity.com/25/47/09/14304709.20a2b00b.500.jpg" height="500" width="375" /></a></div>

<p>In den letzten fünf bis sechs Jahren hatte ich das Projekt &#8220;ich will weg aus Berlin&#8221; nebst &#8220;Berufssituation verbessern&#8221; recht dauerhaft auf dem Tisch. Auch wenn ich vielleicht konkret nichts daran tat, mental war es dauerpräsent (und mit um so krasseren Schuldgefühlen und Eigentlich-Sollte-Ich besetzt, je weniger ich daran tat &#8211; Teufelskreis). Zwischendrin war ich auch zweimal ein paar Monate arbeitslos und hing deswegen erst recht in der Luft. Dauerhaftere Bindungen &#8211; Chor, Musikschulunterricht &#8211; ging ich nicht ein, ohne vorher gründlich die Bedingungen des &#8220;wie komme ich wieder raus&#8221; recherchiert zu haben.</p>

<p>Mich auf Sachen mit dauerhafter Perspektive und längerfristiger persönlicher Verantwortung einlassen, wie z.B. eine Band gründen, oder Orga-Verantwortung für eine größere Veranstaltungen mit langer Vorlaufzeit übernehmen &#8211; ging natürlich nicht. Auch schon für eine Veranstaltung in drei Monaten zusagen &#8211; oft genug nur mit Vorbehalt und sozusagen mit Exitstrategie machbar.</p>

<p>Klar war in diesen Zeiten nur eins: irgendwie lebte ich die ganze Zeit mit dem Gedanken, jederzeit alles stehen und liegen zu lassen. So kam&#8217;s dann ja auch mehr oder weniger, es war ein Kraftakt, und ich bin froh, ihn jetzt hinter mir zu haben.</p>

<h3>Sowas wie Heimat? Landschaften und ich</h3>

<p>Ich habe keine Heimat im Sinne von: Das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, die Schule, an der ich meine Schulzeit verbracht habe undsoweiter, denn ich bin als Kind und Jugendliche sehr oft umgezogen &#8211; innerhalb des deutschen Südwestens: immer zwischen Südhessen, Karlsruhe und der Südpfalz hin und her. Etliche Schulwechsel. Eins sollte meinen, eine wie ich hat sowas wie &#8220;Wurzeln&#8221; eher nicht. Ich bin hochdeutsch sozialisiert und spreche keinerlei Dialekt, bestenfalls habe ich gelegentlich mal eine leichte Färbung von engen Freund&#95;innen angenommen. Trotzdem gibt es für mich so etwas vertraute Landschaften, Kultureigenheiten und Mentalitäten.<br />
Das hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher kristallisiert. Es schlug sich darin nieder, daß ich jedesmal, wenn ich meine Mutter besuchen fuhr und der Zug durch Frankfurt am Main gefahren war, ein Gefühl von Heimkommen einstellte.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/12172836"><img title="Morgendlicher Blick aus dem Fenster." alt="Morgendlicher Blick aus dem Fenster." src="http://u1.ipernity.com/21/28/36/12172836.f67c6de9.500.jpg" height="375" width="500" /></a></div>

<p>Ich baue starke Affinitäten zu Landschaften auf &#8211; und ich brauche Erhebungen um mich herum. Hügel, Berge, je höher, je lieber. Höher als hier könnte ich die Erhebungen innerhalb Deutschlands nur noch bekommen, wenn ich ein paar Dutzend Kilometer ostwärts zöge, in den Hochschwarzwald hinein, oder ins Voralpenland.</p>

<p>Zugleich haben Klima und Sonne einen starken Einfluß auf mich. Ich mag es einfach warm. Daß es in Freiburg mitunter sehr heiße Sommer gibt, kommt mir entgegen &#8211; Hitze macht mir gar nichts aus, unter Kälte leide ich dagegen sehr. In der Hinsicht habe ich es mit Freiburg sehr gut getroffen; das ist eine der wärmsten und sonnenreichsten Städte Deutschlands.</p>

<p>Die langen, dunklen Winternächte in Berlin haben mir im Alltag immer sehr zu schaffen gemacht (natürlich wären die Gruftiromantik par excellence, aber ich bin ungruftigerweise ein Mensch, der Tageslicht sehr mag). Wenn es im Dezember um drei Uhr nachmittags schon anfing zu dämmern und gar nicht richtig hell wurde &#8211; das schlug mir auf die Seele. Hier bin ich drei Breitengrade weiter südlich. Keine ganz so langen und hellen Sommernächte, vielleicht, aber die Winternächte sind auch nicht ganz so lang (und ich bin auch noch ein paar hundert Kilometer weiter westlich, was auch noch bedeutet, daß die Sonne später untergeht).</p>

<p>Und dann waren da noch ein paar Leute, die mir sehr wichtig sind, von denen ich einfach nicht mehr so weit weg sein will. Meine Mutter, mein Bruder, meine Schwester (die wird die am weitesten entfernte sein jetzt, aber auch schon näher als in Berlin), meine Großmutter, die die Achtzig längst überschritten hat, meine beste Freundin, ein paar andere Leute, die ich gerne öfter sähe.</p>

<h2>Was mir fehlen wird</h2>

<p>Mit großem Abstand: <strong>Eine ganze Menge Leute</strong>. Was sich auch relativieren ließe, denn es gibt ja sowas wie die Bahn oder Flieger und Busse und Urlaub. Ich bin, entgegen anderslautender Behauptungen, nicht aus der Welt. Vielleicht wird&#8217;s irgendwann in den nächsten Jahren mal was mit re:publica oder so, oder vielleicht komme ich Berlin einfach mal so besuchen. Es wird sich auch zeigen, ob es in Berlin Leute geben wird, die sich auch in zehn Jahren noch an mich erinnern.</p>

<p><strong>Veranstaltungen</strong> wie meinen Gothicstammtisch, die <a href="http://queergeeks.de">queer geeks</a> und der <a href="http://transgenialercsd.de">transgeniale CSD</a>. Für den Gothicstammtisch wünsche ich mir, daß er eine Anlaufstelle für LGBTQ Gothics bleibt und daß er in zehn Jahren auch noch da ist.</p>

<p><strong>Es gibt ja irgendwie alles zu bekommen in Berlin</strong>; aber auch das ist sehr relativiert dadurch, daß ich ja in den letzten Jahren gewisse Tendenzen zur Öko-Konsumentin an den Tag lege und dafür jetzt am richtigen Platz bin; und ebenfalls sehr relativiert dadurch, daß ich in den letzten Jahren entweder kein Geld hatte, oder keine Zeit, um es auszugeben (ernsthaft: versucht mal mit normalen Arbeitsnehmer-Arbeitszeiten und nur einer halben Stunde Mittagspause zu einem Laden zu kommen, der Montags bis Freitags von 11 bis 18 Uhr auf hat).<br />
Und sonst: Versandhandel ftw.</p>

<p><strong>Das Brot von <a href="http://die-backstube.de">der Backstube</a>.</strong> Ein gutes Jahr lang lag mein Büro gerade um die Ecke davon, und ich habe ein-zweimal in der Woche mein Brot geholt. Eine Bäckerei, die Vollkornbrot von dieser Qualität zu akzeptablen Preisen anbietet, muß ich hier erstmal finden; also heißt&#8217;s erstmal wieder selbst backen.</p>

<p><strong>Die Tempelhofer Freiheit</strong>.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/8262590"><img title="Wiesenmeer" alt="Wiesenmeer" src="http://u1.ipernity.com/15/25/90/8262590.2cc5dcb5.500.jpg" height="400" width="500" /></a></div>

<h2>Was mir nicht fehlen wird</h2>

<p><strong>Leute kennen, mit ihnen in der selben Stadt wohnen und sie monatelang nicht sehen</strong>, weil sich die Wege nie kreuzen und die Terminkalender das Treffen verhindern.</p>

<p><strong>Die ewig langen Strecken von A nach B.</strong> Ja, ich habe ewig gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, grundsätzlich eine Dreiviertelstunde für jeden Weg einzurechnen, eventuell mehr.</p>

<p><strong>Wichtige Freund&#95;innen</strong>, die nicht in derselben Stadt wohnen, <strong>vielleicht zweimal im Jahr</strong> für ein viel zu kurzes Wochenende sehen, weil die Entfernungen so weit sind.</p>

<p><strong>Meine Familie kaum sehen</strong>, wieder wegen der Entfernungen und weil diese Entfernungen es ihnen z.T. unmöglich machen, mal zu mir zu kommen.</p>

<p><strong>Die Berliner Neigung, alles zu ignorieren, was nicht in der eigenen Stadt passiert, und sich für den Mittelpunkt der Welt zu halten.</strong></p>

<p><strong>Meine feministische Blase</strong> werde ich nicht vermissen: Die fand von jeher hauptsächlich im Netz statt.</p>

<p><strong>Der Kaputt-Faktor.</strong> Ja, ich habe mich an eine ganze Menge gewöhnt; manchmal denke ich: zuviel. Erst wenn ich eine Weile davon weg bin, fällt es mir auf, wie viele Dinge in Berlin notorisch kaputt und/oder verdreckt sind. Am augenfälligsten wurde mir das immer an nicht funktionierenden Rolltreppen, wenn ich von irgendwo zurückkam und prompt mit kaputten Rolltreppen konfrontiert war. Aber auch sonst gibt es gefühlt jede Menge Ecken, wo ich es zur Abwechslung mal ganz angenehm finde, wenn die Dinge einfach mal funktionieren.</p>

<h2>Hat es sich gelohnt? Ich würde sagen: Ja.</h2>

<p>Am ersten Wochenende nach meinem vorläufigen Einzug &#8211; noch bevor ich alle meine Sachen herholte &#8211; war ich in den Hügeln, die ich von meinem Balkon aus sehen konnte, spazieren. Nicht weit, ich war vielleicht insgesamt zwei Stunden unterwegs. Ich ging Steigungen hinauf, Waldwege in Serpentinen und ich hätte heulen können vor Glück. Ich kletterte einen enorm steilen Trampelpfad hinauf &#8211; so steil, daß ich ihn lieber nicht wieder hinuntersteigen wollte &#8211; und irgendein Teil in mir, den ich lange zum Schweigen gebracht hatte, jauchzte auf.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/14646871"><img title="Blick über Freiburg" alt="Blick über Freiburg" src="http://u1.ipernity.com/3/68/71/14646871.e6bdb8d1.500.jpg" height="375" width="500" /></a></div>

<p>Als ich zwei Wochen später im Umzugsauto saß und die Berge am Horizont auftauchten, wußte ich: Diesen Anblick hatte ich bitter vermißt.<br />
An Butterbrezeln habe ich mich noch immer nicht satt gegessen. Nur in Sachen Wein bin ich noch kulturlos, aber vielleicht bringt mir dieses Weinland hier ja auch in diesem Punkt noch mal Kultur bei.</p>

<p>Auf den ersten Anhieb war ich total geplättet von der Freundlichkeit der Leute hier. Beinahe wollte ich fragen: &#8220;Ist irgendwas kaputt? Warum sind die alle so nett hier?&#8221;, so sehr war ich die Berliner Grummeligkeit gewöhnt.<br />
&#8220;Ist doch alles nur Fassade&#8221;, grantelten einige meiner Berliner Bekannten dagegen &#8211; aber selbst wenn&#8217;s Fassade sein sollte: Der Alltag fühlt sich für mich so doch positiver an. Leichter, sonniger.</p>

<h2>Der Queer-Faktor</h2>

<p>Ich bin 1998 nach Berlin gekommen mit der Hoffnung, dort eine tolle, aufregende Frauenszene zu finden, vielleicht auch endlich Die Große Liebe&trade;, und ich wurde bitter enttäuscht. Nicht, daß es diese Frauenszene nicht gab, aber sie stellte sich als feindseliger Ort für mich heraus.<br />
Ich habe mir dann einen Platz erkämpft und dazu beigetragen, Community zu schaffen, aber zu einem hohen Preis: Drei elende Jahre der Verzweiflung, bevor ich endlich begriff, daß mein Elend nicht (oder nicht vollständig) mein Privatpech war.</p>

<div style="text-align: center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/10898332"><img title="schwarzerkanal" alt="schwarzerkanal" src="http://u1.ipernity.com/19/83/32/10898332.cedbbfd3.500.jpg" height="375" width="500" /></a></div>

<p>Irgendwann im Lauf der 2000er Jahre kristallisierte sich ein Wunsch bei mir: <strong>Ich will für ein gutes Leben nicht auf die Metropole als Biotop angewiesen sein.</strong> Ich will ein gutes Leben auch außerhalb von Städten mit großer Homoszene haben können.</p>

<p>Bedingungslos willkommen habe ich mich nach dieser heftigen Zeit das erste Mal bei der <a href="http://nornirsaett.de">Nornirs Ætt</a> gefühlt. Und dann, in nicht ganz so welterschütterndem Maß, beim ersten <a href="http://gendercamp.de">gendercamp</a>, das ich besuchte. Und dann gab es da noch diese aha-Momente beim <a href="http://ryuu.de/2010/11/fempowerment/">Femme-Workshop im Herbst 2010 in Hamburg</a>. Alles Dinge außerhalb von Berlin, Treffen von überregionalem Charakter. Das gibt mir Hoffnung, daß das mit dem guten Leben außerhalb der Metropole als <em>queere</em> femme geht.</p>

<h2>Intelligentes Leben außerhalb von Berlin? Aber klar doch.</h2>

<p>Es gibt intelligentes Leben außerhalb dieser Metropole. Und wenn es die ganzen subkulturellen Dinge hier nicht gibt <em>und sie mir fehlen</em>: Dann ziehe ich aus, um Mitstreitende zu finden. Meine Prioritäten sind allerdings nun andere. Ich bin keine Goth-Szenegängerin mehr; welches von meinen zahlreichen Interessen ich <em>jetzt</em> in den Mittelpunkt stellen will, das werde ich nicht übers Knie brechen und das wird beizeiten sich von allein ergeben.</p>

<p><strong>Lebewohl, Berlin: Du warst ein paar Jahre lang die richtige Stadt für mich. Doch es war schon lange Zeit, daß wir getrennte Wege gehen.</strong></p>
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		<title>Nochmal draußen</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 15:16:32 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dreisam&#8230;</p>

<p><a href="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-10_17-55-02_HDR.jpg"><img title="" class="alignnone size-full" alt="image" src="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-10_17-55-02_HDR.jpg" /></a></p>

<p>Bächlein im Wald&#8230;</p>

<p><a href="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-11-14.12.46.jpg"><img title="" class="alignnone size-full" alt="image" src="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-11-14.12.46.jpg" /></a></p>

<p>Aus einem Vorgarten hängt dieser Ast voller gelber Blüten:</p>

<p><a href="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-11-14.53.18.jpg"><img title="" class="alignnone size-full" alt="image" src="http://ryuu.de/wp-content/uploads/2013/05/wpid-2013-05-11-14.53.18.jpg" /></a></p>

<p><span id="more-3506"></span>
Ich lag die letzten Tage flach mit einer Angina. Bin noch etwas am Rumhusten, aber auf dem Weg der Besserung. Fit genug für ein paar Schritte durch den Wald.</p>

<p>Beim Heimkommen suchte ich mich dann erstmal gründlich nach Zecken ab (mir ist im Wald eine aufgefallen) und konnte tatsächlich eine von mir abnehmen, bevor sie biß. Drecksviecher. Aber ich muß wohl mit ihnen leben, wenn ich nicht die ganze Zeit auf betonierten Wegen langtrotten will.</p>
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		<title>Draußen vor der Tür: Wald und Berge</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 16:08:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich habe ja immer gejammert, daß mir in Berlin die Berge fehlen. Und als ich nach Freiburg kam, wurde mir auch erst dort bewußt, daß am Ostrand der Stadt quasi der Schwarzwald anfängt. Nördlich und südlich von meiner Wohnung habe ich Berge (eher noch Hügel von ähnlichem Kaliber wie im Pfälzerwald) mit Wald in Reichweite [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja immer gejammert, daß mir in Berlin die Berge fehlen. Und als ich nach Freiburg kam, wurde mir auch erst dort bewußt, daß am Ostrand der Stadt quasi der Schwarzwald anfängt.<br />
Nördlich und südlich von meiner Wohnung habe ich Berge (eher noch Hügel von ähnlichem Kaliber wie im Pfälzerwald) mit Wald in Reichweite eines längeren Spaziergangs. Da konnte ich vorletztes Wochenende nicht umhin, das Gelände mal zu erkunden. Resultat: Ja, ich brauche definitiv endlich mal wieder gute Schuhe zum Bergwandern! Ich will da mal weiter gehen und höher rauf! Und der Bergziegen-Modus ist noch ansprechbar und Wandern macht mir vor allem dann Spaß, wenn&#8217;s auch mal wo rauf geht.</p>

<p>An der einen oder anderen Stelle ist riecht es intensiv nach Bärlauch. Da wird sicher noch omnomnom eingesammelt; wie Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlose zu unterscheiden ist, habe ich <a href="http://experimentselbstversorgung.net/baerlauch-maigloeckchen-oder-herbstzeitlose/">hier</a> nachgelesen.</p>

<p>Ein paar Fotos sind da auch entstanden:</p>

<p><div style="text-align:center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/14827671"><img title="Ausblick über Freiburg" alt="Ausblick über Freiburg" src="http://u1.ipernity.com/5/76/71/14827671.62919339.500.jpg" height="375" width="500" /></a></p>

<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/14827701"><img title="Wurzeln im Fels" alt="Wurzeln im Fels" src="http://u1.ipernity.com/5/77/01/14827701.16b35a08.500.jpg" height="375" width="500" /></a></p>

<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/14827695"><img title="Junges Grün" alt="Junges Grün" src="http://u1.ipernity.com/5/76/95/14827695.337d9a92.500.jpg" height="375" width="500" /></a></p>

<p></div></p>

<p>Mehr in meinem ipernity-Album <a href="http://www.ipernity.com/doc/ryuu/album/312121">Draußen vor der Tür</a>.</p>
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		<title>Ein Reiserant: Im Fernbus von Freiburg nach Berlin</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 05:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ryuu</dc:creator>
				<category><![CDATA[taten]]></category>
		<category><![CDATA[erfahrung]]></category>
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		<description><![CDATA[Disclosure: Ich habe für diesen Artikel keinerlei Gegenleistung von meinfernbus.de bekommen. Ich bin lediglich ein erstes Mal mit ihnen gefahren und fand&#8217;s gut. Eigentlich liebe ich ja das Verkehrsmittel Bahn heiß und innig. Aber der Streßfaktor&#8230; auf den letzten Bahnfahrten war es eher der Ausnahmezustand als die Regel, daß die Dinge funktionierten, wie sie sollten. [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Disclosure: Ich habe für diesen Artikel keinerlei Gegenleistung von meinfernbus.de bekommen. Ich bin lediglich ein erstes Mal mit ihnen gefahren und fand&#8217;s gut.</em></p>

<p>Eigentlich liebe ich ja das Verkehrsmittel <strong>Bahn</strong> heiß und innig. Aber der Streßfaktor&#8230; auf den letzten Bahnfahrten war es eher der Ausnahmezustand als die Regel, daß die Dinge funktionierten, wie sie sollten. Versagende Technik, Verspätungen, blankliegende Nerven beim Personal, verpaßte Anschlußzüge, dadurch Streß mit der Zugbindung und entfallene Sitzplatzreservierung (was, auf das ich echt nicht mehr verzichten mag) &#8230; früher war die Bahn mal zuverlässiger, in den Neunzigern bin ich mit weniger Streß und preiswerter im Fernverkehr von A nach B gekommen. Und wenn ich nicht das Leben in vollen Zügen per Quer-durchs-Land- oder Schönes-Wochenende-Ticket genießen will &#8211; und für die Strecke von Berlin zu meiner Mom 7mal umsteigen und 12 Stunden brauchen -, dann ist Bahnfahren leider auch teuer.<br />
Immerhin kann ich auf längeren Bahnfahrten die Zeit recht produktiv nutzen: Lesen, stricken, Musik oder Podcasts hören, was auf dem Netbook arbeiten.</p>

<p><strong>Fliegen</strong> finde ich zwar toll &#8211; das heißt, von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiway">Taxi</a> bis Landung, das Drumherum (zum Flughafen fahren, Checkin, Gepäckabgabe, Sicherheitskontrolle, Warten aufs Boarding und das Gewese mit den Flüssigkeiten, die nicht durch die Sicherheitskontrolle dürfen, am Zielort dann das Gepäck aufsammeln und vom Flughafen zum Zielort kommen&#8230;) eher nervig und der Zeitgewinn auf deutschen Inlandsstrecken fraglich. <span id="more-3478"></span>Ökologisch ist das sowieso nicht so toll und preiswert auch nur, wenn ich früh buche und auch mal einen Tag früher oder später reisen kann. Die Wartezeiten lassen sich für mich eh nicht sinnvoll nutzen und im Flieger selbst hänge ich eh (vorausgesetzt, ich habe einen entsprechenden Platz und fliege nicht nachts) mit der Nase an der Scheibe, weil ich den Ausblick so sehr liebe.</p>

<p>Dann gibt&#8217;s da noch <strong>Mitfahrzentralen</strong>. Angesichts dessen, daß ich bei anderen Verkehrsmitteln zeitig buchen muß, um günstig durch die Gegend zu kommen (bei der Bahn sind vor allem in Urlaubszeiten auf Strecken von und nach Berlin, wohin/woher ich ja bisher meistens gefahren bin, die Kontingente für günstige Tickets sehr schnell ausgebucht) und Mitfahrgelegenheiten dann eher kurzfristiger zu finden sind, verträgt sich das schlecht mit meiner Reiseplanung. Und: Ich kann im Auto die Zeit schlechter nutzen als im Zug &#8211; ich kann vielleicht Podcasts oder Musik hören, aber nicht stricken, nichts mit dem Netbook machen, etc. (Zumindest mag ich das nicht.) Und lesen mag ich im Auto auch nicht. Mal aufstehen, aufs Klo gehen etc.: All das ist von der Bereitschaft meiner Mitreisenden abhängig, Pausen zu machen.</p>

<p>Dann immer die Frage: Ist mein <strong>Gepäck</strong> zuviel? Kann ich meinen Rucksack voll packen, ohne daß es zu dramatischen Szenen beim Gepäckeinladen kommt, weil der_die Anbieter_in der Fahrt zwar Menschen, aber nicht deren Gepäck miteingerechnet hat? (OK, Gepäck verstauen ist auch bei der Bahn ein Ärgernis, aber ein kalkulierbares: Egal, was ich mitnehme &#8211; ist es mehr als mein normaler Alltagsrucksack, ist das Verstauen ein Streßfaktor. Ich halte es ja für einen konzeptuellen Fehler, große, schwere Gegenstände über Kopfhöhe zu verstauen.)</p>

<p>Da gab es gute und weniger gute Erfahrungen. Etwa die grundsätzlich sehr nette Fahrerin&#8230; die in ihrem eher kleinen Auto auf einer langen Strecke vier Erwachsene mitnahm. Alle waren mehr oder minder schlank, und schon so wurde es eine sehr, ähm, kuschelige Angelegenheit. Oder den Menschen, der mich zwar in Rekordzeit von Berlin nach Karlsruhe brachte, mich dann aber in einem Vorort absetzte.</p>

<p>Deshalb habe ich jetzt mal <strong>Fernbus</strong> probiert. Ich bin mit <a href="http://meinfernbus.de/" rel="nofollow">meinfernbus.de</a> gefahren, auf Empfehlung einer Freundin, die damit auch eine weite Strecke gefahren ist. Bisher war ich ja nicht so eine Freundin von Bussen &#8211; doofe Erinnerungen an Busfahrten aus der Schulzeit, wo die Sitze für lange Strecken eher unbequem waren und Klima/Lüftungsanlage ein Fremdwort war, so daß es auf längeren Fahrten stickig wurde. Mir oder anderen Mitfahrenden wurde auf solchen Busfahrten gerne mal übel, und Toilette gab&#8217;s an Bord auch keine. Aber heute, sagte besagte Freundin, ist das alles ganz anders.</p>

<p>Ich wollte von Freiburg nach Berlin und fand eine Fahrt, die am Samstag um Punkt 7 Uhr von Freiburg aus abfuhr und deutlich günstiger war als die Bahn. Gesehen, gut eine Woche vorher gebucht, fand ich mich am Samstag um 20 vor 7 am Hauptbahnhof ein, checkte ein (das war nicht mehr als meinen Namen angeben, Buchungsbestätigung zeigen und der Fahrer checkte das auf einer Liste), gab mein Gepäck ab und stieg ein.</p>

<p>Abfahrt: Pünktlich wie die Uhr.</p>

<p>Die Inneneinrichtung war ähnlich wie in der Bahn (Sitze mit Ablagenetz und Klapptisch), nur daß ich weniger Raum nach oben hatte. Zwei-, dreimal habe ich mir beim Aufstehen ganz übel den Kopf gestoßen! Leider hatte ich auch dauernd die Knie meines Hintermanns im Kreuz; in der Bahn hätte ich das wahrscheinlich nicht gespürt. Aber der Sitzabstand war größer als im Billigflieger. Es gab Steckdosen und &#8211; tada! &#8211; kostenloses WLAN.
Und es gab eine Toilette an Bord, wenn auch ähnlich beengt wie eine Flugzeugtoilette, aber doch sauber und funktionsfähig. Kaffee war an Bord zu kaufen und gegen Mittag gab es eine halbstündige Pause an einem Rasthof. Die Fahrt war insgesamt schön ruhig, ich habe sogar ein bißchen geschlafen.</p>

<p>Ankunft war recht pünktlich gegen 17:30 nicht irgendwo in der Innenstadt, sondern am <acronym title="Zentraler Omnibus-Bahnhof">ZOB</acronym> Berlin. Der liegt alles andere als zentral, was angesichts dessen, daß ich mit der Ringbahn weiterfahren konnte, aber nicht schwer wog und nicht unpraktischer war als der Berliner Hauptbahnhof. An den meisten Haltepunkten unterwegs wurde in Bahnhofsnähe oder am Bahnhof gehalten.</p>

<p>Insgesamt war das eine gute Fahrt. Zwar muß ich auch da recht zeitig buchen, damit es wirklich preiswert ist, und die Busse befahren eine Strecke nur ca. 2x täglich &#8211; was bei spontaneren Aktionen dann doch zu meiner Default-Verkehrsmittelwahl Bahn führen wird; mit dem ICE wäre ich auch deutlich schneller gewesen. Bei gleichen Kosten, oder wenn Geld mal keine Rolle spielt, würde ich nach wie vor Bahn fahren. Aber so grundsätzlich wird das Verkehrsmittel Bus ab jetzt bei der Reiseplanung berücksichtigt.</p>
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		<title>Angekommen. Oder so.</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 08:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ryuu</dc:creator>
				<category><![CDATA[freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[taten]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin angekommen&#8230; mehr oder weniger. Letzten Sonntag habe ich meine neue Wohnung in Freiburg bezogen, mit nichts als einer Bettdecke, einem großen Rucksack voll Zeug und meiner Gitarre. In der Nacht vorher hatte ich noch ein 8 Kilo schweres Paket an die neue Adresse in die nächste Packstation gewuchtet (und es vorher einmal vergeblich [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin angekommen&#8230; mehr oder weniger.</p>

<p>Letzten Sonntag habe ich meine neue Wohnung in Freiburg bezogen, mit nichts als einer Bettdecke, einem großen Rucksack voll Zeug und meiner Gitarre. In der Nacht vorher hatte ich noch ein 8 Kilo schweres Paket an die neue Adresse in die nächste Packstation gewuchtet (und es vorher einmal vergeblich hin und wieder zurück geschleppt, weil die Packstation nicht drucken konnte und auch das Einlesen meiner Kundenkarte und der mTAN-Versand nicht funktionierten. Technik, die begeistert. Also Paket zurückgeschleppt, Etikett aus dem Internet geleiert und nochmal hin).<br />
Eine Matratze hat mir eine Twittererin geliehen, eine Nachbarin hat mir dann ein Gästebett, zwei Klappstühle, Bettwäsche, und etwas mehr Geschirr <strike>aufgenötigt</strike> geliehen. <span id="more-3472"></span></p>

<p>Jetzt habe ich die erste Arbeitswoche hinter mich gebracht. Der neue Job läßt sich recht cool an. Viel zu tun, Verantwortung (für mich ein echtes Novum im Job), sehr viel zu lernen, alles neu und auch mal eine Arbeitsumgebung, in der ich mich konzentrieren kann (darunter habe ich im alten Job ja echt gelitten, daß es zuging wie im Taubenschlag und ich keinen klaren Gedanken fassen konnte).</p>

<p>Die neue Wohnung ist übrigens eine richtige Wohnung, in Freiburg selbst und nicht, wie ursprünglich gedacht, außerhalb. Ein bißchen Idyll habe ich aber trotzdem, Berge mit Wald in Sichtweite und in Reichweite eines Spaziergangs und die Dreisam fließt quasi vor meinem Balkon vorbei (und macht im Moment, dank Schneeschmelze und Frühjahrshochwasser, einen Heidenlärm).</p>

<p>So klingt das übrigens:</p>

<iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F87835495"></iframe>

<p>Einziger Minuspunkt: Die Bude ist <strong>winzig</strong>. Siebenundzwanzig Quadratmeter. Ein Zimmer, Kochnische, winziges Bad mit Dusche. Dafür gut ausgestattet &#8211; Einbauschrank im Flur, ein sauberer, benutzbarer Keller, Waschmaschine und Trockenraum im Keller.<br />
Vor allem den gelegentlich mal hörbaren (aber zum Glück leisen) Kühlschrank im selben Raum wie mein Bett zu haben, ist für mich geräuschsensiblen Ohrenmenschen gewöhnungsbedürftig. Aber auch beim Ausmessen hatte ich so meine Momente des Zweifels, ob es wirklich richtig war, so kurzentschlossen diese Wohnung zu nehmen.</p>

<p>Was aber geil ist: ich habe einen richtig schönen Balkon. Er geht nach Westen und ist sonnig genug, daß dort zur Abwechslung etwas gedeihen könnte. Könnte mein Außen-Wohnzimmer für die warme Zeit werden.</p>

<p>Auch wenn nichts für die Ewigkeit sein muß und ich mir jetzt (wo ich vor Ort bin, einen Fuß in der Tür habe und keinen herben Termindruck hätte) in Ruhe was Größeres suchen <em>könnte</em>, mag ich jetzt doch erstmal ankommen und die Zustände des Vorübergehenden, des Provisorischen und des Lebens auf Abruf hinter mir lassen. Ich habe die ganzen letzten Jahre mit dem Gedanken gelebt, daß ich nicht weiß, was in einem halben Jahr sein wird &#8211; so irrsinnig schwer es mir auch fiel, in die Gänge zu kommen mit dem Bewerben, so dringlich und permanent anwesend war der Wunsch. Mich jetzt endlich mal <em>ohne schlechtes Gewissen</em> um den ganzen Rest meines Lebens kümmern zu können, ohne dieses nagende &#8220;ich sollte eigentlich&#8221;: das tut gerade so gut. Ganz abgesehen davon, daß es da diesen Job gibt, in den ich mich jetzt einarbeite, was schon genug Kraft kostet, und diese Stadt, mit der ich mich gerade anfreunde.</p>

<p>Und etliche liebe Leute sind jetzt in Reichweite eines Wochenendausflugs oder eines verlängerten Wochenendes. Reisepläne wurden schon so ins Unreine gesponnen, und sobald mein Budget weniger traurig aussieht (daß Umzüge da große Löcher reißen, ist wohl vollkommen normal), werden sie wohl auch umgesetzt.</p>
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		<title>Stand der Dinge #umzug</title>
		<link>http://ryuu.de/2013/04/stand-der-dinge-umzug/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 18:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ryuu</dc:creator>
				<category><![CDATA[bla und blubber]]></category>
		<category><![CDATA[befindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf die Gefahr, daß ich mit der Umzugslastigkeit dieses Blogs nerve, kurzes Befindlichkeitsblogging: Alles verschiebt sich bei meinem Umzug. Ich stehe furchtbar unter Druck und versuche, meine hilfsbereiten Freund_innen nicht allzu sehr mit unter Druck zu setzen, aber manche Dinge müssen eben jetzt getan werden und nicht irgendwann in einer Woche &#8211; zumal dieser Umzug [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf die Gefahr, daß ich mit der Umzugslastigkeit dieses Blogs nerve, kurzes Befindlichkeitsblogging: Alles verschiebt sich bei meinem Umzug. Ich stehe furchtbar unter Druck und versuche, meine hilfsbereiten Freund_innen nicht allzu sehr mit unter Druck zu setzen, aber manche Dinge müssen eben <em>jetzt</em> getan werden und nicht irgendwann in einer Woche &#8211; zumal dieser Umzug in seiner unglaublichen Jetzt-auf-Gleich-Beschaffenheit (nicht mal zwei Wochen zwischen Mietvertragsunterzeichnung und vorläufigem Einzug) Temporaltetris auf Level Superschwer nicht unähnlich ist.</p>

<p>Zwischendrin treibe ich Papierkrieg von erhöhter Nervigkeitsstufe (die Steuererklärung verliert gerade ihren Schrecken) und zittere, ob Menschen und Behörden, die mir Geld schulden, damit rausrücken, bevor nichts mehr aus dem Geldautomaten kommt.</p>

<p>Ächz. Bald isses hoffentlich mal geschafft. Und heute abend probiere ich dann mal das mit dieser Regeneration und diesem Ausruhen. Und so ein bißchen freue ich mich ja inzwischen auf die neue Bude.</p>
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		<title>Mein Blog ist heute nackig &#8211; CSS Naked Day</title>
		<link>http://ryuu.de/2013/04/mein-blog-ist-heute-nackig-css-naked-day/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 10:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ryuu</dc:creator>
				<category><![CDATA[nerdstuff]]></category>
		<category><![CDATA[css]]></category>
		<category><![CDATA[css naked day]]></category>
		<category><![CDATA[webdesign]]></category>
		<category><![CDATA[webdev]]></category>

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		<description><![CDATA[Ach ja, wer sich wundert, warum mein Blog heute so komisch aussieht: es ist mal wieder CSS Naked Day. Immer am 9. April schalten Blogs, die daran teilnehmen, mal das CSS ab. Wozu das gut ist? Für mich: das Bewußtsein dafür zu wecken, daß Grafik und hübsches Design zwar Teile von gutem Webdesign sind, aber [...]<div class='yarpp-related-rss'>

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<p>So, und jetzt mach&#8217; ich mal weiter Umzugsgedöns.</p>
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		<item>
		<title>Ich habe eine Bude!</title>
		<link>http://ryuu.de/2013/04/ich-habe-eine-bude/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 19:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ryuu</dc:creator>
				<category><![CDATA[taten]]></category>
		<category><![CDATA[freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[umzug]]></category>
		<category><![CDATA[wohnen]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Entwarnung für alle, die ich mit dem Wohnungssuchthema genervt habe: Ich habe heute den Mietvertrag für eine niedliche kleine 1-Zimmer-Wohnung mit Blick auf die Dreisam und Berg mit Wald nicht weit davon unterzeichnet. Der Drache hat eine neue Höhle!</p>

<p>Nächste Runde: Den Umzug wuppen. Mal sehen, wie ich das hinkriege. <span id="more-3460"></span></p>

<p>Finanziell ist das Ganze schon ziemlich desaströs im Moment, mit doppelt Miete zahlen, Hindunherfahrerei zwischen Berlin und Freiburg und Kosten, von denen das Arbeitsamt auch nur einen Teil übernimmt &#8211; so ein kurzfristiger Umzug ist ja nicht nur der Umzugswagen, sondern auch: Schnell noch die Berliner Bude renovieren (uffz), Umzugskartons besorgen, Verträge wie Telefon und DSL, die ich nicht per sofort kündigen kann&#8230;</p>

<p>Trotzdem, mein längerfristiges Glück ist das allemal wert und mit dem neuen Job werden auch die Finanzen sich irgendwann erholen.</p>

<p>Tja, und jetzt, wo ich weiß, wo und wie ich wohnen werde, kann ich eine Menge Zeug angehen, das bisher nur darauf gewartet hat.</p>
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