ryuus Hort

Durcheinander

ryuu.de war in letzter Zeit ziemlich hochfrequent, techlastig und nicht unbedingt ein Tagebuchblog. Wieviel persönliche Befindlichkeit ist da gelandet? Wenn ich mich recht erinnere, nicht gar so viel. Immerhin gibt’s mir eine Menge, daß dieses Blog augenscheinlich gelesen wird (sagt zumindest mein Statistikplugin) und noch mehr, wenn ich Kommentare kriege, wo im schönsten Fall eine Diskussion stattfindet oder ich was Neues und (hoffentlich nicht nur für mich) Hilfreiches erfahre. Darum hoffe ich, Ihr Leser_innen, die Ihr mich nicht persönlich kennt, könnt auch mal kryptische Befindlichkeit verdauen.

Am Sonntag habe ich so eine Anwandlung meinen unsortierten Gedanken anvertraut. Heute morgen, wie ich gerade für meinen Freelancejob am Schreiben war, war da auch so eine Frage in meinem Kopf: wie kann ich über so etwas Banales wie Produktivität schreiben, wenn die wirklich tiefen und wichtigen Dinge in meinem Leben irgendwie rufen? Das ist zum einen die Musik und zum anderen eben solche Dinge, die nicht wirklich irgendetwas „nutzbringendes“ hervorbringen, die mehr mit Sein als mit Tun zu tun haben und für mich doch irgendwie Tiefe und Sinn geben, wo die Seele Raum hat. Im Wald rumstromern zum Beispiel. Wer will schon produktiv sein, wenn es so etwas Wunderbares wie Sonnenschein auf spätsommerlichen Wäldern gibt?

Und prompt geschieht noch etwas, das die Balance in meinem Alltag noch mehr durcheinanderbringt.

Lesbische Blogs? Queere Blogs? Eine Replik auf Nele Tabler

Da mich die karnele letztens erwähnte, genauer gesagt: meine Suche nach lesbischen und queeren Blogs, habe ich das Bedürfnis, etwas zu dem Thema zu schreiben. Zuerst einmal habe ich festgestellt, daß ich differenzieren muß: queer umfaßt für mich mehr als nur ein Synonym für LGBTQ. LGBTQ wiederum ist ein weiteres Spektrum als „homosexuell“, das in einer Denkungsart, die für mich das Wort „gay“ zusammenfaßt, wiederum gedeutet wird als „schwul, und Lesben haben strukturell analoge Baustellen“. queer bedeutet für mich ein Bewußtsein, das die heterosexuelle Matrix in Frage stellt, das strebt, sie zu subvertieren, unterminieren und zu sprengen. Das muß nicht immer dadurch sein, daß $mensch sich die Rolle des anderen Geschlechts aneignet, aber dazu ein andermal. queer ist für mich auch ein Bewußtsein, daß Geschlechts- und sexuelle Identität nicht isoliert von anderen Faktoren – soziale Schicht, ethnische Aspekte, ‚race‘, Religion usw. – gedacht werden können. Intellektuell ziemlich anstrengend, aber für mich eine Chance, überkommene Denkmuster zu sprengen und freier zu werden.

Dann: ich habe einiges gefunden – es fing eigentlich an mit meinem BH-Rant, auf den die maedchenmannschaft aufmerksam wurde, und darüber auf etlich andere Blogger_innen. Ich bin bloß zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um hier eine ausführliche Linkliste anzulegen.

Ich bin so enttäuscht.

Ich habe mir gestern ein Herz gefaßt und bei Mediamarkt einen neuen Player für unterwegs gekauft. Eigentlich ging es mir vorrangig um einen Audioplayer, der auch .ogg kann und natürlich brauche ich Ersatz für meinen altgedienten Player, der langsam so abgenutzt ist, daß er fast schon unbedienbar ist. Es gab da Player, die FLAC können, aber kein .ogg mit 4GB für relativ günstig. Nur 4GB Speicher erscheinem mir bei so einem speicherintensiven Format wie FLAC dann doch relativ sinnfrei. Wachsende Teile meiner digitalisierten Musiksammlung sind jedoch in .ogg oder FLAC – also: .ogg-Support sollte schon sein. Nach langem, langem Seufzen, Überlegen und Fachsimpeln mit dem Personal entschied ich mich für einen Archos 24 Vision Media-Player 8GB (Amazon-Partner-Link). Wichtig war mir, eine leicht zugängliche und zuverlässig reagierende Lautstärkenregelung zu haben – da bin ich sehr sensibel – , da haben mich die großen Brüder mit Touch-Bedienung nicht ganz überzeugt, dieses Gerät hingegen sehr wohl, überhaupt fand ich die Benutzersteuerung da sehr schön intuitiv, es gab nur weniges, was ich dann in der Bedienungsanleitung nachlesen mußte. Sexy finde ich auch, daß er auch Textdateien darstellen kann (habe schon überlegt, ob ich ihn in Zukunft für To-Do-Listen für unterwegs mißbrauche) und Lyrics anzeigen. Irgendwie wollte ich auch ein Gerät, das (wie dieses) per Micro-USB mit dem Computer verbunden wird und nicht nochmal ein Spezialkabel braucht.

Trotzdem jetzt bin ich schwer enttäuscht: von der Klangqualität.

Respekt für Weiblichkeiten III: Haarlängen.

Oder: Ein eher anekdotischer Teil der Feminitäts-Geschichte. Um Haarlängen wird ja unter Lesben gerne ein ziemlicher Aufriß veranstaltet. Ja, ich teile den insofern, als ich eine überzeugte Extremlanghaarträgerin bin, andererseits beobachte ich nirgends außer bei Lesbens, daß lange Haare so hartnäckig mit Feminität und kurze Haare mit Maskulinität in Verbindung gebracht werden.

Kordelzopf

Meine persönliche Haargeschichte ist wechselvoll. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich meine Haare lang getragen, will sagen, deutlich über Schulterlänge.