ryuus Hort

Meinungsfreiheit, my ass.

Ich muß hier mal grad politisch werden. Da las ich gerade einen Artikel über den Hintergrund des mutmaßlichen Attentäters von Oslo mit Kritik an der sozialdarwinistischen Argumentation des Verdächtigen.

Und gleich heult wieder jemand rum: „Meinungsfreiheit!“ Übersetzt: „man wird ja wohl noch sagen dürfen…“
Nein. Es gibt nicht umsonst hierzulande den Paragraphen der Volksverhetzung.
Und: Der erste Satz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte enthält nicht die Meinungsfreiheit, sondern Menschenwürde, Freiheit und Gleichberechtigung: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Der erste Satz des deutschen Grundgesetzes befaßt sich ebenfalls mit der Menschenwürde.

Ich kenne das Gejammer von „Meinungsfreiheit!“ viel zu gut aus der Gothicszene und den leidigen Auseinandersetzungen um Grufties gegen Rechts, wo diese Argumentationsfigur oft kam, wenn jemand Künstler dafür kritisiert hat, rechtslastige Texte oder Symbolik zu verwenden oder rechten Schwachsinn von sich zu geben.

Farewell, Space Shuttle.

(Deutscher Beitrag unten – German below. I’m writing this in English because it’s the chief language of the people to whom this „thank you“ is adressed, and in the unlikely event that some of them happen to read it, they should have a chance understand it.)

Today at 11:57 MEST, Space Shuttle Atlantis returned from her final journey.

I want to say thank you to all people who have stood behind the Space Shuttles: engineers and technicians, scientists, doctors and managers, training divers and control room crew. Thank you for making this possible for thirty years.

As much as I like the dear reliable Soyuz, I’m going to miss the Space Shuttle. I’m going to miss all the traditions and most of all the sight of a Shuttle taking off. When it’s sucessor launches for the first mission, I’ll be glued to the computer screen once more, hoping it will spare us tragedies like the ones of Challenger or Columbia.

I’d like to say a big fat thank you to the crew of STS-135, too.

Identity clothing? Ein paar Gedanken über Njulezz.

Da bekam ich vor ein, zwei Wochen eine Mail von einem neuen Mode-Unternehmen. Nun ja, ich und Mode: ich schwanke in meinem Stil ja wüst zwischen Jeans-und-T-Shirt-Nerd, Birkenstock-Ökotante, Metaltante und zaghaften Versuchen von businesstauglichem Smart Casual. Garderobe kann man die wahllose Ansammlung schlecht zusammenpassender Klamotten, die in meinem Kleiderschrank hängt, nicht wirklich nennen. Über ein Jahrzehnt mit einer mehr als knappen Kasse haben mich da mit etwas hinterlassen, worüber ich mir eigentlich nur den Kopf kratze, und eigentlich ist mir Mode mittlerweile schnurz. Ich will mich nur wohl fühlen in dem, was ich da trage.
Ich will Schuhe, in denen ich auch mal, weil mir gerade danach ist, zwei Kilometer gehen kann, ohne daß mir hinterher die Füße weh tun. Absätze gehen gar nicht, bzw. nur zu ganz wenigen Anlässen (Klassik-Auftritte – da aber bitte auch nur minimal, zu hohe Absätze wirken sich negativ auf die Sängeratmung aus -, Opernbesuch, wichtige Businessanlässe, aufgerüscht weggehen). Ich will Hosen, in denen mein Hintern nicht total unförmig aussieht (nur in Armeehosen darf er das, aber Armeehosen sind für Situationen, wo mir Aussehen schnuppe ist: rumhängen im Wald, dreck- oder farbklecksgefährliche Arbeit, Putzen, Renovieren, Möbelrücken). Ich will Klamotten, in denen ich mich bewegen kann. Ich will für den Alltag am liebsten schlichte, klassische, gut kombinierbare Basics: aufhübschen mit Accessoires und Schmuck geht dann immer noch. Und trotz dieser Modemuffeligkeit fühle ich mich als femme, fühle mich in Röcken wohl, schminke mich ab und zu mal gerne, mag sowohl meinen Bizeps als auch meine Rundungen.

Aber gut, gucken wir uns das mal an. „Wir kümmern uns um die schönen Dinge: Frauen“, steht auf der Startseite, und „identity clothing“ soll die Mode von Njulezz sein.