ryuus Hort

Adventures in Bra Fitting, Pt.II: Größenfoo und Modellauswahl

Tja, eigentlich hatte ich nach meinem Dessouskaufversagen letzens schon damit abgeschlossen, im Laden BHs kaufen zu wollen, mit der möglichen Ausnahme von spezialisierten Fachgeschäften.

Bisher habe ich ja erst bei H&M eingekauft, bisweilen auch bei Tschibo (bei denen habe ich es irgendwann sein gelassen, nachdem mal ein BH definitiv nicht die Größe war, die auf dem Etikett stand und ich auch immer weniger mit den Materialien klar kam), bei C&A ab und zu versucht, was zu finden und mich dann eine Weile bei Galeria Kaufhof eingedeckt. Schon bei Galeria gab es eigentlich immer nur eine Marke, die ich gekauft habe – zum Teil wegen Materialien, auf die meine Haut mit Juckreiz reagiert, mehr aber noch wegen des Designs.

Eine Utopie: Ein Tag ohne Heterosexismus

Gestern war der internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. kleinerdrei hat anlässlich dieses Tages die Aidshilfe Münster e.v. interviewt, die in ihrer Aktion #prohomo dazu aufgerufen hat, positive Erfahrungen mit Homosexualität und Homosexuellen zu twittern.

Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, warum ich diese Aktion eher nur so mittelgut finde (dazu haben andere schon genug gesagt), eher meinen Gegenentwurf zeigen. Mich juckt es bei sowas nämlich immer, zu versuchen, mir vorzustellen, wie denn eine Welt ohne Heterosexismus aussehen könnte – an einem ganz normalen Tag; wie sich das in meinem alltäglichen Leben manifestieren könnte.

Die Verflechtung von Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit mit anderen Machtverhältnissen habe ich außer Acht gelassen – sonst muß ich meine Vorstellungskraft mehr anspannen, als ich das in so einem kurzen Text könnte.

Also, hier geht’s los: In einem Paralleluniversum. Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit sind ausgestorben – vielleicht als „ja, früher mal, da gab es sowas …“ noch präsent. So könnte ein ganz normaler Samstag ablaufen (die beschriebenen Ereignisse und Personen sind rein fiktional):

Ein ganz gewöhnlicher Samstag

Gestern haben wir im Betrieb eine kleine Grillparty veranstaltet. Der ganze Betrieb war da, auch ein paar Geschäftspartner, und meine Kollegin Julia hat nicht nur ihre Partnerin Antonia, sondern auch ihren neuen Freund Marcus mitgebracht – keine Pointe hier. Und mei, hat die Einkäuferin eines unserer Partnerunternehmen mit mir geflirtet.

Heute habe ich ausgeschlafen, ich stehe morgens auf und mache mir in aller Ruhe einen Kaffee.

Adventures in bra fitting part I, oder: Noch ein BH-Rant.

Ich kann gerade nicht sprechen und auch nichts anstrengendes oder nutzbrigendes tun und schon gar nicht rausgehen oder mit Leuten zusammen sein, weil ich seit einer guten Woche an einer fiesen Angina/Halsentzündung laboriere. Hoffentlich schlägt bald mal das Antibiotikum, das ich jetzt erneut nehmen muß, an… also blogge ich.

Vor drei Jahren lamentierte ich hier schon mal über das, was mir am BH-Kaufen so wenig Spaß macht. Und jetzt das:

Über Twitter stieß ich letztens auf paranoire, die ein paar BH-Größen-Beratungen dokumentiert hat – und als ich die Vorher/Nachher-Bilder sah, wurde mir bewußt: Ja, auch ich habe möglicherweise ein BH-Paßformproblem!

Lebewohl, Berlin.

Ein Abschiedsbrief

Dieser Abschiedsbrief kommt etwas verspätet. Schließlich bin ich jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, schon längst ausgezogen; der Wohnungsschlüssel für die Berliner Bleibe ist abgegeben, die neue Wohnung in Freiburg angemeldet, das Blog-Impressum geändert.

Nur verhalten hatte ich auf diesem Blog immer wieder die Sehnsucht nach dem Südwesten geäußert, bis zuletzt der Grund für diese Verhaltenheit wegfiel: Der Job. Gegenüber Leuten, die ich kannte, habe ich dagegen immer wieder gejammert, was mir in Berlin fehlt. So lange, daß manche zweifelten, ob das Jammern nicht eine liebe Gewohnheit geworden war und ob ich es wirklich ernst meinte mit dem Weggehen (das Problem war, wie ich rückblickend meine, ein tiefsitzendes Minderwertigkeitsgefühl in professioneller Hinsicht, das mich bewerbungstechnisch total blockierte, zusätzlich dazu, daß ich es hasse, Bewerbungen zu schreiben). Und meine Berliner Freund_innen fanden es natürlich nicht toll, daß ich sie verlassen wollte.

Alter Friedhof

Und jetzt ist es ganz plötzlich doch was geworden mit mir und dem Südwesten. Und ich bin unendlich erleichtert. Jetzt ist ein wichtiger Schritt gemacht, der Kopf kann frei werden für so vieles, auf das ich mich nicht festlegen konnte und wollte, solange ich mich noch wider Willen in Berlin verhaftet fühlte und doch wußte, daß das auf Dauer kein Platz für mich ist.

Berlin war mal richtig für mich

1998 kam ich nach Berlin. Ich hatte gerade mein Gesangsstudium geschmissen und fühlte mich anti, kaputt und ziemlich negativ.