ryuus Hort

Ist schon ein Weilchen her…

… dass ich hier was geschrieben haben, nicht wahr?

Life happened. Ich hatte die letzten Jahre viel anderes zu tun: ich habe geheiratet und bin zu meiner Frau in den Schwarzwald gezogen, ich singe jetzt wieder in einem Chor, ich bin seit April 2017 auch auf dem Papier selbständig (als Texterin und Lektorin, seit kurzem auch als Musiktheorie-Lehrerin). Bloggen und Social Media wurden deutlich unwichtiger; im Dezember 2017 habe ich mich von Twitter verabschiedet – zuerst auf Raten, dann habe ich irgendwann die meisten meiner zu vielen Twitter-Accounts gelöscht. Auch von Facebook habe ich mich ziemlich zurückgezogen (und bin dort eigentlich nur noch wegen der Verwandtschaft).

Eine Weile habe ich mir sogar überlegt, dieses Blog einfach sang- und klanglos zu löschen.

Ausprobiert: KnitPro Cubics – Stricknadeln mit quadratischem Querschnitt

Letztens musste ich für ein Strickprojekt Wolle nachbestellen. Nur für ein Knäuel Wolle Versandkosten bezahlen kam mir ein bisschen unsinnig vor, also sollte noch etwas mit. Um die quadratischen Holznadeln von KnitPro bin ich schon lange herumgeschlichen, also… gönnte ich mir mal zwei dieser Nadelspitzen.

Nadeln mit Brioche-Strickstück

Durch die eckige Form sollen die Hände beim Stricken nicht so schnell ermüden. Sie sollen ausserdem für ein gleichmäßiges Maschenbild sorgen.

Leistungsdenken. Und was ich gerade darüber lerne.

Ich habe ja so eine ganz komische Arbeitsethik. Deren grundlegenede Maxime lässt sich beschreiben mit „Egal, wie sehr du dich reinhängst, es ist nie genug!“ und „was du schon gemacht hast, zählt nicht, solange da noch was auf der ToDo-Liste steht“, vor allem aber mit „Leistung = Wert“.

Fußboden, auf dem Aktenmappen herumliegen

Ich glaube, dieses Leistungsdenken begleitet mich schon sehr, sehr lange. Es hat sehr viel zu tun mit dem, was gesellschaftlich so als „Arbeit“ anerkannt wird. Arbeit hat unlustbesetzt zu sein. Arbeit hat ein bestimmtes Aussehen – mit meiner Gitarre dazusitzen und zu üben, kann laut meinen komischen internalisierten Regeln genauso wenig Arbeit sein wie ein Buch über gutes Schreiben zu lesen. Und doch will ich beides, das Musikmachen und das Schreiben, ja auch professionell machen (bei Letzterem entwickelt sich das gerade recht gut und beginnt sogar ein wenig Gewinn abzuwerfen). Bei Hausarbeit ist es noch perfider: sie muss gemacht werden (bzw. die Konsequenz des Nicht-Erledigens ist, dass ich mich nicht wohl fühle oder nix zu futtern habe), sie macht mir meistens keinen Spass (vielleicht in einigen Fällen vom Kochen abgesehen), aber irgendwie ist sie auch – wieder laut den komischen Regeln in meinem Kopf – „keine richtige Arbeit“. Dass mich Hausarbeit teilweise mehr Energie kostet als Erwerbsbezogenes, berücksichtigt mein komisches Regelsystem nicht.