ryuus Hort

Gedanken über Sport und Fitness: Body positive fitness?

Vorgestern kam mir so der Gedanke: Es wäre doch spaßig, sowas wie #50tageyoga auch mal für generelles Fitness-/Krafttraining zu haben. Und dann dachte ich darüber nach, welche Diskussionen ich im Zuge der Yogachallenges in meiner Filterbubble toll fand und was ich rund um Sport und Fitness für gedankliche Baustellen habe. Hier ein paar unsortierte Notizen dazu.

Ein Anstoß war auch dieser Artikel: I’m Plus Size and I’m an Athlete von einer Ausdauersportlerin.

Religion ist keine Ausrede für *istische Kackscheiße.

Achtung: Rant. Ich muß mir da gerade was vom Herzen schreiben.

Im Moment quillt meine Timeline über von Tweets über die Petition Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens (Triggerwarnung: Homophobie und Heterosexismus der übelsten Art).

Hintergrund ist der Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“ in Baden-Württemberg. Bildungspläne werden dabei als Schlüsselfaktor eingeordnet. Auf gut deutsch: es soll einfach Aufklärungsarbeit in den Schulen stattfinden.

Und diese Aufklärungsarbeit wird vom Initiator dieser Petition als Propaganda für eine „Ideologie des Regenbogens“ hingestellt.

Ich lese Tweets wie diese:

und denke mir: Da Fuq? Es ist 2014 und wir schlagen uns immer noch mit diesem Scheiß herum? Menschen können zum Mond fliegen, aber nicht sich gegenseitig einigermaßen anständig behandeln?

Nochmal über den Bechdel-Test und Frauen in Filmen

In letzter Zeit hatte ich das eine oder andere Gespräch über den Bechdel-Test und darüber, daß der doch eigentlich nichts darüber aussagt, wie frauenfreundlich oder emanzipativ ein Film sei. Und dabei kam ich zu einer Erkenntnis.

Ich mag, dummerweise, jede Menge Filme, die sang- und klanglos durch diesen Test fallen. Filme, die oft genug die „weißer Tüp rettet die Welt und bekommt Schnuckelchen“-Schema abspulen. Ja, ich mag Action, Crime und SF, ich mag Popcornkino. Und manchmal, wenn ich mehrere davon hintereinander gesehen habe, habe ich auch so eine Art Kater, einen „it’s a white heterosexual man’s world“-Kater. Dann ist mir der Bechdel-Test wichtig.

Und zwar, weil er etwas über sichtbare, in der Geschichte fühlbare Eigenständigkeit von Frauen und über ihre Beziehungen untereinander sagt.

Metal, ich und Empowerment

tl;dr: Im Metal gibt es viele kackscheißige Aspekte, trotzdem mag ich diese Musik und sie hat empowernde Aspekte für mich.

Vor einiger Zeit wurde in meiner feministischen Filterbubble viel über Musik geschrieben, und ich fühlte mich inspiriert, was über meine Beziehung zu einem Genre zu schreiben, das mir was bedeutet, obwohl es dort jede Menge Mackertum gibt, nämlich Metal. Ich weiß nicht, ob das metallische Mackertum ein schlimmeres oder grundsätzlich anderes ist als das übliche in Rock/Pop-Kontexten.
Ich komme erst jetzt dazu, aufzuschreiben, was ich dazu zu sagen habe, weil ich sehr mit Musikmachen beschäftigt war.

Ich habe um 2000 angefangen, Metal zu hören, in einer Zeit, als ich mich von Konformitätsdruck belagert fühlte, hin und her gerissen zwischen subkulturellen Identitäten (beziehungsweise dem Gefühl, daß auf der einen Seite meine Subkultur-Identität als Goth stand, ich auf der anderen Seite qua Begehren auf die Homo-Szene verwiesen wurde, in der ich mich unwohl fühlte), leidend darunter, daß ich ständig als Hetera fehl-gelesen wurde und die Dimension Liebe/Partnerschaft/Sexualität in meinem Leben von tragischem Scheitern und tiefer Einsamkeit geprägt war. Ich habe mich schrittweise herangetastet und irgendwann Anfang 2002, als ich anfing, in einer Melodic Death Metal-Band zu singen, fing ich an, auch härtere Spielarten zu mögen. Ich habe mich Anfang 2004 aus dieser Band verabschiedet; sexistische Mechaniken waren ein ziemlich wesentlicher Teil der Gründe, warum das nicht auf Dauer gut ging.

Ich habe mit Metal in den letzten Jahren fast ausschließlich hörend zu tun und frequentiere Szenezusammenhänge (Metalkneipen, Konzerte, Festivals, Zeitschriften, Websites/Communities) so gut wie gar nicht mehr. Die Musik gibt mir noch viel, während die Szene mich nicht mehr lockt.