ryuus Hort

Eine Utopie: Ein Tag ohne Heterosexismus

Gestern war der internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. kleinerdrei hat anlässlich dieses Tages die Aidshilfe Münster e.v. interviewt, die in ihrer Aktion #prohomo dazu aufgerufen hat, positive Erfahrungen mit Homosexualität und Homosexuellen zu twittern.

Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, warum ich diese Aktion eher nur so mittelgut finde (dazu haben andere schon genug gesagt), eher meinen Gegenentwurf zeigen. Mich juckt es bei sowas nämlich immer, zu versuchen, mir vorzustellen, wie denn eine Welt ohne Heterosexismus aussehen könnte – an einem ganz normalen Tag; wie sich das in meinem alltäglichen Leben manifestieren könnte.

Die Verflechtung von Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit mit anderen Machtverhältnissen habe ich außer Acht gelassen – sonst muß ich meine Vorstellungskraft mehr anspannen, als ich das in so einem kurzen Text könnte.

Also, hier geht’s los: In einem Paralleluniversum. Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit sind ausgestorben – vielleicht als „ja, früher mal, da gab es sowas …“ noch präsent. So könnte ein ganz normaler Samstag ablaufen (die beschriebenen Ereignisse und Personen sind rein fiktional):

Ein ganz gewöhnlicher Samstag

Gestern haben wir im Betrieb eine kleine Grillparty veranstaltet. Der ganze Betrieb war da, auch ein paar Geschäftspartner, und meine Kollegin Julia hat nicht nur ihre Partnerin Antonia, sondern auch ihren neuen Freund Marcus mitgebracht – keine Pointe hier. Und mei, hat die Einkäuferin eines unserer Partnerunternehmen mit mir geflirtet.

Heute habe ich ausgeschlafen, ich stehe morgens auf und mache mir in aller Ruhe einen Kaffee.

Adventures in bra fitting part I, oder: Noch ein BH-Rant.

Ich kann gerade nicht sprechen und auch nichts anstrengendes oder nutzbrigendes tun und schon gar nicht rausgehen oder mit Leuten zusammen sein, weil ich seit einer guten Woche an einer fiesen Angina/Halsentzündung laboriere. Hoffentlich schlägt bald mal das Antibiotikum, das ich jetzt erneut nehmen muß, an… also blogge ich.

Vor drei Jahren lamentierte ich hier schon mal über das, was mir am BH-Kaufen so wenig Spaß macht. Und jetzt das:

Über Twitter stieß ich letztens auf paranoire, die ein paar BH-Größen-Beratungen dokumentiert hat – und als ich die Vorher/Nachher-Bilder sah, wurde mir bewußt: Ja, auch ich habe möglicherweise ein BH-Paßformproblem!

Periodentracking und meine Wünsche

So – mal wieder was Technisches, über das ich mir letztens Gedanken gemacht habe. Wer sich vor dem Thema Menstruation ekelt, sollte den Rest des Artikels nicht lesen.

Über die rosa Blumenhölle, in die mensch auf der Suche nach Periodentracking-Apps gerät, haben die femgeeks vor einiger Zeit geschrieben. Mich tangierte das dann vor ein paar Tagen, als ich mir dachte: mein chronisches Menstruations-Buchführ-Versagen (führt dazu, daß ich Gynäkolog_innen nie sagen kann, wie lang denn mein Zyklus ist) könnte ich doch eventuell mit technischer Hilfe in den Griff kriegen.

Körpernormen- und Geschlechtsterror: Beim Laufen.

Ich laufe gerne, im Sinne von Jogging. Es ist eine praktische Sportart – ich brauche dazu nur vor meine Tür zu gehen -, die Ausstattung ist vergleichsweise preiswert und es ist vergleichsweise wenig zeitaufwendig. Es ist darüber hinaus für mich tolle Medizin gegen Rücken- und Schulterverspannungen, und es hilft mir wunderbar, den Kopf klarzukriegen und frische Luft zu schnappen. Einfach Trainingsklamotten anziehen und losrennen, das mache ich zur Zeit sehr gerne. Ich bin ziemlich dankbar, daß ich joggen kann, denn eine Zeitlang konnte ich das wegen Fersen- und Kniebeschwerden nicht.

Was mich aber ankekst, sind die dummen Kommentare, die ich ernte. Regelmäßig. Fast ausschließlich von Typen. Meistens Kommentare über meine Geschwindigkeit (oft in Form von „Hopp hopp“ oder „schneller!“-Rufen), manchmal unverständliches Zeug, heute nachmittag – am hellichten Tag! – wurde ich sogar mit irgendwas beworfen (ich weiß nicht genau, was es war, ich habe es nur am Rücken gespürt). Ich frage mich, ob norm-schlanke able-bodied Cis-Typen beim Sporttreiben mit derselben Selbstverständlichkeit kommentiert werden.