ryuus Hort

Esoterik und Esoterikkritik, Teil 1: Definitionsversuche

Im einleitenden Teil dieser Reihe habe ich mir als ersten Teil eine Definition des Gegenstands vorgenommen. Diese Definition – oder ihre Unmöglichkeit – scheint mir nämlich in der Betrachtung von „Esoterik“ wichtig zu sein, und sie git mir auch Hinweise, warum viele meiner spirituell aktiven Freund_innen es ablehnen, ihre jeweiligen Praktiken als „esoterisch“ zu begreifen.

Mein großes Problem mit dem Begriff des Esoterischen ist seine Schwammigkeit; darüber hinaus der pauschalisierende Charakter, der ihm gerne innewohnt.

Genervte Spiritante ist genervt.

Ich hatte ja Mitte Juni einen Artikel in der an_schläge erwähnt, über den ich mich geärgert habe. Dieser Ärger ist nachhaltig geblieben, und die ganze Zeit trug ich den Wunsch mit mir herum, einen Artikel dazu zu schreiben, der sich gewaschen hat. Nun ist das Notizenmachen für diesen Artikel etwas ausgeufert, und es wird eher eine Artikelserie als ein einzelner Artikel.

Ich bin jedenfalls nicht allein mit meinem Ärger:

Zuerst einmal stehen auch feministische Zusammenhänge heute weitgehend in der materialistischen Tradition der Linken: Wenn etwas nach „spiri“ oder „esoterisch“ riecht, dann ist der Verdacht nahe, eins wolle sich auf ein bequemes, erzbiologistisches Bild vom natürlichen Geschlecht, das schon immer da war und mit dem eine nur ins Reine kommen muß, zurückziehen.