ryuus Hort

Lookism und Feminitätsfeindlichkeit: mein Senf

Dies ist ein ziemlich hektisch hingeworfener Post. Ich habe in den letzten Tagen eine Diskussion um Fem(me)initätsfeindlichkeit in queeren Szenezusammenhängen wahrgenommen, über die ich mich einerseits freue, bei der ich andererseits einen kleinen Groll habe, daß das erst jetzt stattfindet.
Gestern nacht stieß ich auf einen guten Post: Das Problem mit den Äußerlichkeiten – Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen und Nadine Lantzsch hat dazu eine Replik geschrieben: Lookism in herrschaftskritischen Szenekontexten, und ich dachte mir: Mensch, ich habe schon so viel zu verwandten Themen geschrieben! Da schreibe ich nicht nochmal dasselbe in Grün, aber es paßt in die Debatte wie die Faust aufs Auge.

Respekt für Weiblichkeiten V: Vom Verlangen des Weibes nach dem Weibe

Ich schreibe diesen Text als eine, die sich unsicher ist, ob sie sich mit „femme“ und „feminin“ identifizieren soll. Das gleiche gilt für die Frauen, die ich begehrenswert finde: Soweit ich weiß, identifiziert sich keine von ihnen als femme, einige von ihnen würden wahrscheinlich sogar den Kopf schütteln über diese engstirnige Schubladisierung. Aber ich werde so wahrgenommen und fühle mich darum gedrängt, mich auf die eine oder andere Weise zu dieser Wahrnehmung zu verhalten. Ich würde mich zu der intimen Frage, wen ich begehrenswert finde, nicht äußern, wenn darin nicht Konfliktpotential steckte, das ich nicht auf individuelle Verfaßtheiten zurückzuführen bereit bin, sondern in dem ich etwas Strukturelles wahrnehme.

Es war für mich ein Aha-Erlebnis, als ich im zweiten Semester mit Judith Butlers „Gender Trouble“ konfrontiert wurde und dort das Modell der heterosexuellen Matrix kennenlernte.

fempowerment.

Bestimmt will die eine oder der andere wissen, was für ein Workshop das war, auf dem ich am letzten Wochenende war. Kurz und gut: Es ging um Femmeness erkunden, ausgerichtet wurde der Workshop von der AG Queer Studies an der Universität Hamburg.

Ich bin noch immer skeptisch, ob ich mich als femme identifizieren soll. Was mir klar wurde: Identifikation kann ein politischer Akt sein. Und ich erfuhr einmal mehr, daß nicht nur ich unter dem Gefühl, zwischen mehreren mir wichtigen Kontexten und Identitäten regelrecht zerrissen zu sein, gelitten habe, daß das nicht nur meine Empfindlichkeit ist, sondern daß es wohl nachgerade ein psychisches Grundbedürfnis ist, sich als ganzer Mensch wahrgenommen und akzeptiert zu fühlen.

Ich will hier nicht so viel über die Teilnehmenden sagen, und auch das, was wir die zwei Tage unternommen haben, ‚gehört‘ denen, die dabei waren.