Die Neuentdeckung von Berlin, nebst einigen Gedanken zu Filmen

OK, dies wird einer der seltenen Befindlichkeitsposts. Ich leide nämlich gerade unter einer richtigen Flut von Impulsen, was ich gerne mal tun und mit wem ich mich gerne mal treffen würde. Scheint mir fast, daß ich gerade all die faszinierenden Kontexte, die Berlin zu bieten hat, neu entdecken könnte, wenn der Tag denn mehr als 24 Stunden hätte und ich keine anderen Verpflichtungen hätte.

Nehmen wir nur mal die Kontexte, mit denen ich in meiner Freizeit zu tun habe, zusätzlich zum Chor: Zum einen ist da mein Gothic-Stammtisch. „Meiner“ eigentlich nicht mehr, obwohl ich ihn mal gegründet habe – ich habe die Verantwortung dafür vor einem Vierteljahr abgegeben, um Platz für anderes im Leben zu schaffen; ohnehin hat sich bei mir eine gewisse Entfremdung von der Gothicszene breitgemacht. (Von der Musik, der man dieses Label aufpappt, mag ich nach wie vor vieles. „Schwarz“ weggehen ist bei mir jedoch selten geworden.)

Gesehen: Avatar

Meine beste Freundin und ihr Freund haben mir ein Kinoerlebnis zu Weihnachten geschenkt. Ein ganz wunderbares – es war mein Jungfernflug in sachen stereoskopisches 3D. Ich hatte erst befürchtet, daß das mit meinem Knick in der Optik (ich habe eine leichte Hornhautverkrümmung, dank der manche Sonnenbrillen bei mir Schwindel hervorrufen) nicht funktioniert, aber es funktionierte und sogar ohne Kopfschmerzen und Schwindel. Der räumliche Eindruck auf der Leinwand war zuerst etwas irritierend, was aber bald verging. Und irgendwie kamen mir die Schauspieler mir näher vor, menschlicher, mehr aus Fleisch und Blut – das rief ein irritierendes Gefühl der Intimität hervor, weil mir erst da bewußt wurde, wie sehr die flache 2D-Leinwand sonst distanzierend auf mich wirkt; ein Gefühl, das sich nach einer Zeit legte und nur bei Großaufnahmen gelegentlich wieder aufflackerte.

Gesehen haben wir, siehe Titel, Avatar.

Die Story, wurde in der c’t bemängelt, ist eigentlich vorhersehbar. Aber ich finde: auch eine alte Geschichte kann man schön erzählen, und im Verein mit 3D, einer sorgfältig gestalteten Welt und schönen Actionszenen macht das in diesem Fall richtig Spaß.

Großartig gefiel mir die wundervoll gestaltete Welt. Die Actionszenen wirkten in 3D ultrarealistisch, vielleicht etwas, was einfach an meiner mangelnden Gewöhnung an 3D liegt und daran, daß ich sonst selten ins Kino gehe und mich Bilder auf einer großen Leinwand leicht überwältigen. In „Avatar“ findet die Action zu einem gewichtigen Teil in der Luft, in schwindelerregenden Höhen, statt, was mir bisweilen die Schweißperlen auf die Stirn trieb.

Nach dem Link kommen einige Spoiler – weiterlesen auf eigene Gefahr!