ryuus Hort

Das Weihnachtsgedöns und ich.

Hatte ich behauptet, daß mir Weihnachten am Allerwertesten vorbeigeht? Well. Ich glaube, ich bin gerade doch etwas ambivalent bei dem Thema.

Weihnachten triggert bei mir eine seelische Disposition an, die mich seit Jahrzehnten immer mal wieder belastet: So ein Gefühl der existenziellen Heimatlosigkeit. Ein Gefühl, als bliebe mir nur, all die Heimeligkeit und Harmonie und auch den materiellen Wohlstand von draußen zu betrachten, wie durch beleuchtete Fenster, während ich draußen im Kalten und Dunklen stehe, alleingelassen, nicht wahrgenommen, unsichtbar… unwesentlich. Ich, die ich zu dieser Zeit gefühlt immer mal wieder in einer Welt gelebt habe, wo nichts in Ordnung war. Eine Familie, zu der ich mehrere Jahre mit ambivalenten Gefühlen fuhr (denn daß es spätestens nach 3 Tagen Zoff gab, wenn alle auf einem Haufen hockten, stand zu erwarten). Keine funktionierende, stabile Partnerschaft. Geld: lange Jahre ein ständiges Angstthema. Freund_innen: alle bei ihren jeweiligen Herkunftsfamilien. Es ist, als wäre dieser ganze Weihnachtsharmoniebesinnlichkeitsmythos dazu angetan, mir das, was in meinem Leben nicht so harmonisch ist, kräftig unter die Nase zu reiben.

Mein Senf zum Thema #shelfies

Eigentlich bin ich bisher nicht mit dem Phänomen „shelfies“ – Selbstportraits vor Bücherregalen – in Berührung gekommen. Dann las ich letztes Wochenende einen tumblr-Post von Distelfliege zu diesem Thema und hatte spontan das Bedürfnis, meinen Senf dazu abzulassen.

Voilà: Das bin ich mit dem dieser Tage meistgebrauchten Teil meines Bücherregals.

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Das ist eine täuschende Auswahl, denn ich habe noch ein zweites Bücherregal, in dem auch ein paar theoretische Sachen stehen.

Aber zunächst mal: Wozu und wann lese ich? Ich lese meistens zur Entspannung und zum Vergnügen. Oder beim Warten. Auf Reisen. In öffentlichen Verkehrsmitteln (auf längeren Fahrten). Das heißt nicht, daß ich nicht auch u.U. anspruchsvolle Sachbücher lese. Bücher, die wirklich anstrengend zu lesen sind, landen jedoch eher nicht auf meinem Bettlektüre-Stapel.

Eine Sache, bei der ich Distel zustimme: Warum sollte bestimmte Literatur mehr wert sein als andere?

Nochmal über den Bechdel-Test und Frauen in Filmen

In letzter Zeit hatte ich das eine oder andere Gespräch über den Bechdel-Test und darüber, daß der doch eigentlich nichts darüber aussagt, wie frauenfreundlich oder emanzipativ ein Film sei. Und dabei kam ich zu einer Erkenntnis.

Ich mag, dummerweise, jede Menge Filme, die sang- und klanglos durch diesen Test fallen. Filme, die oft genug die „weißer Tüp rettet die Welt und bekommt Schnuckelchen“-Schema abspulen. Ja, ich mag Action, Crime und SF, ich mag Popcornkino. Und manchmal, wenn ich mehrere davon hintereinander gesehen habe, habe ich auch so eine Art Kater, einen „it’s a white heterosexual man’s world“-Kater. Dann ist mir der Bechdel-Test wichtig.

Und zwar, weil er etwas über sichtbare, in der Geschichte fühlbare Eigenständigkeit von Frauen und über ihre Beziehungen untereinander sagt.