ryuus Hort

Metal, ich und Empowerment

tl;dr: Im Metal gibt es viele kackscheißige Aspekte, trotzdem mag ich diese Musik und sie hat empowernde Aspekte für mich.

Vor einiger Zeit wurde in meiner feministischen Filterbubble viel über Musik geschrieben, und ich fühlte mich inspiriert, was über meine Beziehung zu einem Genre zu schreiben, das mir was bedeutet, obwohl es dort jede Menge Mackertum gibt, nämlich Metal. Ich weiß nicht, ob das metallische Mackertum ein schlimmeres oder grundsätzlich anderes ist als das übliche in Rock/Pop-Kontexten.
Ich komme erst jetzt dazu, aufzuschreiben, was ich dazu zu sagen habe, weil ich sehr mit Musikmachen beschäftigt war.

Ich habe um 2000 angefangen, Metal zu hören, in einer Zeit, als ich mich von Konformitätsdruck belagert fühlte, hin und her gerissen zwischen subkulturellen Identitäten (beziehungsweise dem Gefühl, daß auf der einen Seite meine Subkultur-Identität als Goth stand, ich auf der anderen Seite qua Begehren auf die Homo-Szene verwiesen wurde, in der ich mich unwohl fühlte), leidend darunter, daß ich ständig als Hetera fehl-gelesen wurde und die Dimension Liebe/Partnerschaft/Sexualität in meinem Leben von tragischem Scheitern und tiefer Einsamkeit geprägt war. Ich habe mich schrittweise herangetastet und irgendwann Anfang 2002, als ich anfing, in einer Melodic Death Metal-Band zu singen, fing ich an, auch härtere Spielarten zu mögen. Ich habe mich Anfang 2004 aus dieser Band verabschiedet; sexistische Mechaniken waren ein ziemlich wesentlicher Teil der Gründe, warum das nicht auf Dauer gut ging.

Ich habe mit Metal in den letzten Jahren fast ausschließlich hörend zu tun und frequentiere Szenezusammenhänge (Metalkneipen, Konzerte, Festivals, Zeitschriften, Websites/Communities) so gut wie gar nicht mehr. Die Musik gibt mir noch viel, während die Szene mich nicht mehr lockt.