ryuus Hort

Wie ich in der Schule nicht Naturwissenschaft lernte

Eigentlich bin ich durch Nachdenken über ein ganz anderes Thema darauf gekommen, das folgt auch noch. Die folgenden Gedanken haben sich dabei verselbständigt.

Zur Zeit hätte ich total Lust, meine naturwissenschaftliche und mathematische Bildung aufzupolieren, statt mich einfach damit abzufinden, daß ich das nun mal nicht kann. Ich denke nämlich: Ich kann. Nur hat mir da in der Schule viel dazwischengefunkt, angefangen damit, daß Rechnen seit der Grundschule mit Abwehrreflexen und Minderwertigkeitsgefühlen (ich bin zu langsam!) verknüpft ist (Kopfrechnen! Anstrengend! Hexenwerk nachgerade!). Ich war wirklich schlecht in Mathe, schlecht wie „Vier, immer mal wieder die Fünf ankratzend“. Lese-Rechtschreib-Schwäche hatte man damals schon auf dem Schirm, Rechenschwäche hingegen nicht. Auch wenn ich wahrscheinlich keine Rechenschwäche hatte, genauso wenig wie ich glaube, daß all die Kinder, die damals Lese-Rechtschreib-Förderstunden bekamen, tatsächlich eine ausgewachsene Legasthenie hatten – Kinder, die sich mit Lesen und Rechtschreibung schwer taten, wurden ganz anders gefördert als welche, die mit Rechnen und Zahlen nicht klarkamen.
Dann kam ein Musterfall von negativem Pygmalion-Effekt – ein (im übrigen auch noch sexistischer) Mathelehrer, der überzeugt war, daß ich das nicht kann, da ich als Kind einer alleinerziehenden Mutter ja asozial sei und nicht ans Gymnasium gehörte – danach besserte sich zwar die Mathenote wieder, die Grundlagen blieben jedoch wacklig und Rechnen mit Unsicherheit und Angst besetzt.

Ada Lovelace Day: Hoch hinaus!

Heute ist Ada Lovelace Day, der Tag, der an die erste Person erinnert, die nicht nur ein Computerprogramm schrieb, sondern auch erkannte, daß Computer mehr können als Zahlen schubsen: Ada Lovelace.
Eigentlich fordert die Ada-Lovelace-Day-Seite eine auf, Frauen aus dem Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) vorzustellen, die eine beeinflußt haben. Wenn ich das wörtlich nehme, habe ich ein Problem: Ich kann mich nämlich an solche Frauen kaum erinnern. Vielleicht ist das auch dem zu verdanken, daß ich mich sehr früh – so ungefähr mit 12, 13 – entschieden habe, Musikerin zu werden und mir dementsprechende Vorbilder gesucht habe.

Inspiriert von der Mädchenmannschaft, möchte ich heute keine verstorbene Ahnin vorstellen, sondern lebende naturwissenschaftlich-technisch tätige Frauen. Da sind mir im letzten halben Jahr so einige aufgefallen (mit einem Schwerpunkt, na logo, bei meinem neuen Steckenpferd, der Raumfahrt).