ryuus Hort

Wie ich mir einen Action-/Fantasy-/Science Fiction-Film wünschen würde

@baum_glueck bringt mich immer wieder auf interessante Gedanken… heute hatten wir diese Unterhaltung:

Ich liebe ja, wenn ich mal Filme gucke, Action-Blockbuster. Wenn ich ins Kino gehe, darf gerne geprügelt und geballert werden. Die Special Effects-Abteilung darf ruhig reichlich zu tun haben. Und ich mag Fantasy und SF. Ich mag Filme, deren Welten nicht so funktionieren wie unsere alltägliche. Ich mag Schwertgeschwinge, Kampfkunst und Zauberei, ich mag Rumgefliege mit Raumschiffen.

Ich erwarte, wenn ich ins Kino gehe, meistens keine Weltverbesserung und meistens komme ich mit dem Gehalt an alltäglicher Kackscheißeden üblichen Normen in Filmen so halbwegs klar. Was mich aber immer wieder frustriert, sind zwei Dinge: Erstens die totale Heteronormativität dieser Filme. Ich bin fast schon erleichtert, wenn in einem Film mal keine Lovestory vorkommt oder die Lovestory nur eine winzige Nebenrolle spielt.

Überleben im Niemandsland

tl;dr: In sozial beschissenen Situationen kann Introversion hilfreich sein. Und Kunst kann Überlebensstrategie sein.

In meinem letzten Post hatte ich von ein paar miesen Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend gesprochen. Und dann kam mir in den Tagen danach die Frage in den Sinn: wie habe ich das eigentlich überlebt? Ich schreibe nicht „unbeschadet“, denn das wäre unwahr. Es hat Spuren in meiner Seele hinterlassen, einige davon einschneidend, einige machen mir heute noch zu schaffen. Aber ich bin nicht in der Schule sitzengeblieben, ich habe keinen größeren Mist gebaut, keinen Unsinn mit Drogen gemacht und ich habe mich nicht selbst verletzt. Obwohl ich manchmal denke, daß ich so zwischen 13 und 15 recht knapp an einer Eßstörung vorbeigerutscht bin: ja, ich weiß, was Schlankheitsterror heißt.

Also, was hat mir erlaubt, das zu überstehen? Was hat mich damals stark gemacht?
Das erste: Zu hause war ein sicherer Ort. Zu dem Zeitpunkt, als die Mobbing-Geschichten aktuell waren, brannte es nicht auch noch zuhause. OK, ich habe meine Mutter zwischendrin als überlastet wahrgenommen – Alleinerziehenden-Situation plus Erwerbstätigkeit eben -, aber die Luft brannte nicht. Und meine Mutter stand hinter mir, sie hat mich damit nicht allein gelassen.

Hungrige Gespenster II: Gefühl zeigen?

Ein Argument, das in der Knutschdebatte der letzten Tage aufflammte: „Ja, aber wenn niemand mehr in der Öffentlichkeit Händchen hält oder knutscht, was für eine gefühlskalte Gesellschaft wird denn das dann?“ Dazu habe ich ein gewaltiges Aber, eigentlich zwei: erstens: wir leben in einer ziemliche emotions-inkompetenten Gesellschaft. (Dazu siehe mein Vorschlag unten.) Und zweitens: Gefühle finden nicht nur in Paarbeziehungen statt. Warum soll Zärtlichkeit und körperliche Nähe eigentlich nur im Paket mit romantischen Beziehungen gehen? Und zählt zum Gegenteil von Gefühlskälte nicht auch, daß Gefühle gezeigt werden, die nichts mit Zärtlichkeit für einen bestimmten Menschen zu tun haben? Die emotionale Palette ist nun mal viel breiter, hat viel mehr Schattierungen – und ja, viele Gefühlsregungen sind mit Tabus belegt, deren Ausprägung sich enorm geschlechtsspezifisch zeigt.